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Mittags alle schlecht gelaunt

24.07.2010 | 15:21 Uhr |

Zu Mittag haben alle schlechte Laune. Diesen Eindruck vermittelt ein Twitter-Stimmungsbarometer, in dem US-Forscher 300 Mio. Tweets über drei Jahre hinweg auf emotionale Reizwörter hin analysiert haben.

Der Computerwissenschaftler Alan Mislove und sein Team an der Northeastern University in Boston veranschaulichten die Untersuchungsergebnisse in einer Landkarte. Darauf ist deutlich zu erkennen, dass die Stimmungslage der Nation mittags sowie Mitte der Woche im Keller ist. Am glücklichsten sind die Amerikaner demnach am Sonntagmorgen. Generell ist die Situation früh morgens und spät abends positiver als über den Tag hinweg, wo die meisten Menschen bei der Arbeit sind.

Die Analyse zeigt auch, dass die Bewohner der Ostküste allgemein unglücklicher sind als die Menschen an der Westküste. Zwar durchleben beide Gruppen einen ähnlichen Stimmungsverlauf über den Tag und die Woche hinweg. An der Westküste zeichneten die Tweets aber insgesamt ein glücklicheres Bild mit weniger Abstand zwischen Höhen und Tiefen.

Die Forscher griffen bestimmte Wörter aus den Tweets heraus, die in einem psychologische Ratingsystem genannt "Affective Norms for English Words" erfasst sind. Dabei gibt es Wörter mit wenig Punkten (negativ) und Wörter mit vielen Punkten (positiv). Um ein möglichst "sauberes" Bild über die USA zu erhalten, filterten Mislove und sein Team Tweets von außerhalb der Staaten aus. Auch Personen ohne genaue Ortsangabe im Profil wurden nicht berücksichtigt.

Die Idee zu dem spektakulär visualisierten Stimmungsbarometer ist nicht ganz neu. Auch Facebook ermittelt über Statusmeldungen das kollektive Glücksgefühl einzelner Nationen. Zuletzt wurde der sogenannte Happiness-Index auch in Deutschland eingeführt.

(pte)

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