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Twitter: 300 Entlassungen noch in dieser Woche

25.10.2016 | 10:34 Uhr |

Angeblich noch in dieser Woche will Twitter rund acht Prozent seiner Mitarbeiter entlassen. Grund: Rote Zahlen, mieser Aktienkurs und kein Käufer.

Der Wirtschaftsnachrichtendienst Bloomberg berichtet, dass der Kurznachrichtendienst Twitter in dieser Woche mehrere Hundert Mitarbeiter entlassen werde. Demnach sollen rund acht Prozent der bisherigen Mitarbeiter das Unternehmen verlassen müssen. Das wären in absoluten Zahlen rund 300 Menschen, die Twitter vor die Türe setzt. Bloomberg will von diesem Stellenabbau aus gut informierten Kreisen erfahren haben.

Bereits 2015 hat Twitter sich von einer ähnlich großen Zahl an Mitarbeitern getrennt. Damals übernahm der Twitter-Mitbegründer Jack Dorsey den Posten des CEO.

Sales-Team besonders betroffen?

Die konkrete Planung zu dem neuerlichen Stellenabbau sei aber noch nicht abgeschlossen, die Zahl der Betroffenen könnte sich noch ändern. Besonders das Sales-Team von Twitter könnte nach Spekulationen von US-Medien von dem Stellenabbau betroffen sein.

Offiziell bekannt geben könnte Twitter den Stellenabbau vor der Veröffentlichung der Unternehmenszahlen für das dritte Quartal 2016. Diese Finanzzahlen will Twitter am Donnerstag, den 27.10., veröffentlichen.

Der Grund für den Stellenabbau ist denkbar einfach: Twitter schreibt rote Zahlen, ein Erreichen der Gewinnzone ist nicht in Sicht, also muss Twitter eben an der Ausgabenschraube drehen. Einen potenziellen Käufer für sein Geschäft konnte Twitter bis dato ebenfalls nicht finden. Das wirkt sich auf den Kurs der Aktie aus, diese dümpelt seit langer Zeit im Tal der Tränen. Erst die jüngsten Übernahmegerüchte haben einen kurzfristigen Kursanstieg bewirkt.

Twitter hat erst kürzlich Banken damit beauftragt potenzielle Kaufinteressenten für Twitter zu finden. Doch Salesforce.com Inc., The Walt Disney Co. und zuletzt Alphabet Inc. (Google) winkten schließlich ab. Seit kurzer Zeit kursiert nun das Gerücht, dass Softbank bei Twitter einsteigen wolle. Softbank hat vor kurzem erst ARM übernommen.

Twitter bekommt durch die schlechte Wertentwicklung der Aktie zudem das Problem, dass es seine Entwickler nicht mehr ausreichend mit finanziell vielversprechenden Unternehmensanteilen bezahlen kann. Denn im Silicon Valley sind Unternehmensanteile typischerweise Bestandteil des Gehalts bei den Leistungsträgern. Gerade im Wettbewerb um die besten Programmierer und Techniker sind renditeversprechende Aktien ein großer Pluspunkt. Hier tut sich Twitter mit seiner schlecht performenden Aktie schwer gegen Google oder Facebook.




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