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Türkei muss YouTube-Sperre aufheben

04.04.2014 | 18:06 Uhr |

Ein türkisches Gericht hat die Sperre des Video-Portals YouTube in der Türkei als Verletzung der Menschenrechte eingestuft.

Als im vergangenen Monat Korruptionsvorwürfe gegen den türkischen Premierminister Recep Tayyip Erdogan im Internet die Runde machten, ließ der Politiker kurzerhand den Kurznachrichtendienst Twitter und das Video-Portal YouTube im ganzen Land sperren.

Bereits in der letzten Woche wurde die Twitter-Sperre durch das Urteil eines türkischen Gerichts wieder aufgehoben – nun folgt auch YouTube. Im aktuellen Urteil des Gerichts hieß es, die Sperrung von YouTube in der Türkei stelle eine Verletzung der Menschenrechte dar. Die Telekommunikationsbehörden müssen den Bann nun wieder aufheben. 15 ausgewählte Videos bleiben laut dem Urteil jedoch auch weiterhin für die türkische Bevölkerung gesperrt.

Türkei verletzt Menschenrechte mit Online-Zensur

Die landesweite Sperre der beiden Online-Dienste nahm ihren Lauf, als Aufnahmen von Premierminister Erdogan und seinen engsten Vertrauten auf YouTube auftauchten. Die Clips sollten zeigen, dass Erdogan in einen Korruptionsskandal verwickelt sei. Das Material verbreitete sich über Twitter rasend schnell. Erdogan selbst behauptete, die Aufnahmen seien Fälschungen, die seine politischen Gegner verbreitet hätten. Um eine weitere Eskalation zu verhindern, verhängte der Premierminister eine Sperre für YouTube und Twitter. Den Strom neuer Leaks konnte Erdogan mit dieser fragwürdigen Aktion jedoch nicht eindämmen.

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