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Türkei blockiert Googles DNS-Server

31.03.2014 | 10:32 Uhr

Die Türkei verschärft ihre Internetzensur. Anfragen an Google Public DNS-Server werden abgefangen und an türkische Server umgeleitet. Damit Twitter und Youtube in der Türkei weiterhin blockiert sind.

Die Türkei geht immer aggressiver gegen Google und den freien Zugang zum Internet vor. Nachdem bereits der Zugriff auf Twitter und Youtube gesperrt wurde, leiten türkische Telekommunikations-Unternehmen wie die TurkTelekom nun offensichtlich auch Anfragen, die an Googles Public DNS-Server gerichtet sind, heimlich um.
 
Google hat nämlich bestätigt, dass Anfragen von Internetnutzern aus der Türkei, die an das Domain Name System von Google gerichtet sind, von den meisten türkischen Internet-Service-Providern abgefangen werden. Die türkischen Internet-Service-Provider hätten dazu Server aufgesetzt, die sich als DNS-Server von Google „ausgeben“ würden, wie ein Google-Mitarbeiter schreibt. Die an Google Public DNS-Server gerichtete Anfragen würden dann von diesen falschen Google-Server, die tatsächlich den türkischen ISPs gehören, abgefangen.
 
Ein DNS-Server wandelt einen Domainnamen wie pcwelt.de in die entsprechende IP-Adresse um. Er funktioniert also wie ein Telefonbuch, in dem man den Namen einer Person nachschlägt, um deren Telefonnummer zu erfahren. Google betreibt zu diesem Zweck mehrere DNS-Server, die unter den IP-Adressen 8.8.8.8 und 8.8.4.4 erreichbar sind. Über diese Public Google-Server konnte man nach der Sperrung des Zugangs zu Twitter und Youtube durch die türkischen Internet-Service-Provider diese Internetdienste auch weiterhin aufrufen. Indem man die DNS-Server der türkischen Unternehmen durch die von Google ersetzte. Genau das machten vielen türkische Internetnutzer, um die Zensurmaßnahmen der Regierung von Erdogan zu umgehen. Zusätzlich zu diesen Umleitmaßnahmen sollen auch Level-3-DNS-Server gehackt worden sein. Das berichtet die Internet-Monitoring-Firma Renesys.

Hinter der türkischen Internetzensur steht der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan. Er steht seit längerer Zeit massiv in der Kritik, unter anderem wird ihm massive Korruption nachgesagt. Trotzdem konnte Erdogangs Partei AKP bei den gestrigen Kommunalwahlen einen Sieg einfahren.

 

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