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Die Pressemitteilung lebt

18.07.2010 | 14:52 Uhr |

Die gute alte Pressemitteilung ist auch in Zeiten des Internets unverzichtbar, um Medien effektiv zu erreichen. 75 Prozent der Journalisten arbeiten mit dieser herkömmlichen Informationsform.

Das geht aus einer aktuellen Erhebung des PR-Netzwerkes Oriella hervor. Obwohl Online-Quellen bei der Recherche eine immer größere Rolle spielen, gilt der Klassiker bei Medienvertretern als sicher und vertrauenswürdig. "Idealerweise recherchiert ein Journalist nicht nur am Telefon, sondern vor Ort. Arbeitsdruck und Zeitmangel machen es für viele jedoch unmöglich, heute noch am Schauplatz des Geschehens präsent zu sein", sagt Eva Werner, stellvertretende Pressesprecherin des Deutschen Journalisten-Verbands ( DJV ), im Gespräch mit pressetext.

Deshalb greifen sehr viele Journalisten auf die klassische Pressemitteilung zurück, die oft die Basis für eine Geschichte liefert. "Dabei ist es sekundär, ob die Aussendung per Mail kommt oder auf Facebook und Twitter vom Unternehmen verbreitet wird. In jedem Fall muss der Journalist nachrecherchieren und die Informationen gegenchecken", meint Werner. Der Postweg bringt allerdings kaum noch etwas.

Der US-Autor Jeremy Porter schlägt den Unternehmen trotz der Unantastbarkeit der Pressemitteilung alternative Kommunikationsmöglichkeiten vor. Nicht immer sei die typische Aussendung der beste Weg eine Journalisten anzusprechen. Wer seine Unternehmensmeldungen in den Medien unterbringen will, muss laut Porter in de persönlichen Kontakt mit Journalisten treten und bei Networking-Events präsent sein. Auch den Informationsfluss via Social Media und Blogs sieht der Autor als Alternativen zur Pressemitteilung.

"Jedenfalls - und zwar unabhängig vom Kanal - darf sich ein Unternehmen nicht darauf verlassen, was andere darüber sagen", ergänzt Werner gegenüber pressetext. Daher behält die Pressemitteilung auch auf Twitter und Facebook ihre Bedeutung. Journalisten recherchieren zunehmen in den sozialen Medien und brauchen auch dort verlässliche Quellen.

Ganz klar ist auch für Werner, dass kein Journalist mehr um die Internetrecherche herumkommt. "Man muss wissen, wie man im Netz sucht. Neben den klassischen Recherchemethoden muss sich heute jeder Journalist auch im Internet auskennen. Auch mobile Geräte spielen eine immer wichtigere Rolle. Medienvertreter müssen, was die technische Weiterentwicklung betrifft, ständig auf dem Laufenden bleiben."

Einig sind sich Journalisten darüber, dass PR und Unternehmenskommunikation beim Versand von Aussendungen punktgenau und sensibel vorgehen müssen. "Schickt man Journalisten Müll, dann werden sie das nicht vergessen", warnt Porter. Auch das mehrmalige Ausschicken derselben Meldung ist zu vermeiden. "Wenn wir auch nach einem halben Dutzend Ankündigungen nicht reagieren, dann heißt das nicht, dass wir super-beschäftigt sind. Es heißt, wir haben den Absender als Spam markiert."

(pte)

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