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Hightech-Branche beflügelt deutschen Arbeitsmarkt

10.10.2008 | 12:45 Uhr |

Die Hightech-Branche trotzt der konjunkturellen Schwächephase und wird bis Jahresende zusätzliche Jobs in Deutschland schaffen.

Wie der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM) in seiner Wirtschaftsprognose schreibt, wächst die Zahl der Beschäftigten bei den Anbietern von ITK im laufenden Geschäftsjahr um rund 3.000 auf insgesamt 829.000. Auch für das abgelaufene Kalenderjahr 2007 vermeldet der Bundesverband auf Basis der nunmehr vorliegenden Zahlen ein Rekordplus von 13.000 Arbeitsplätzen. Dieses Ergebnis erfreut die Branchenfachleute, da man ursprünglich nur mit einem Zuwachs von gerade einmal 3.000 Stellen ausgegangen war. "Trotz konjunktureller Schwankungen wächst das IT-Geschäft nach wie vor. Das hat auch damit zu tun, dass der Technisierungsgrad steigt und sowohl Unternehmen als auch öffentliche Verwaltungen in diesen Bereich investieren", sagt BITKOM-Sprecher Maurice Shahd auf Nachfrage von pressetext.

Für den bis zum Ende des Jahres in Aussicht gestellten Beschäftigungszuwachs sind vor allem Softwarehäuser und IT-Dienstleister verantwortlich. Der stark boomende Wirtschaftsbereich konnte seit 2001 rund 100.000 zusätzliche Jobs schaffen. Dabei erscheint es fast schon skurril, dass sich die konjunkturellen Turbulenzen der vergangenen zwei Quartale bislang noch nicht auf dem deutschen Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte durchgeschlagen haben. Im Gegensatz zu anderen konjunktursensiblen Branchen litten weite Teile der ITK-Industrie sogar unter einem Mangel an gut ausgebildeten Experten. Die Auswirkungen der Finanzmarktturbulenzen gehen an der ITK-Branche aber nicht völlig spurlos vorrüber. "Ob der Arbeitsplatzaufbau auch 2009 fortgesetzt werden kann, ist fraglich. Neue Jobs schaffen wir nur, wenn die Finanzmarktkrise schnell bewältigt und das Bildungssystem auf Vordermann gebracht wird", so BITKOM-Präsident August-Wilhelm Scheer. Ähnlich sieht dies auch Shahd im Gespräch mit pressetext: "Es müssen wieder mehr junge Menschen für Technikberufe begeistert und die Rahmenbedingungen verbessert werden."

Trotz schwieriger Weltmarktzeiten gaben bei einer aktuellen Umfrage des Bundesverbands in der IKT-Branche gut die Hälfte der Unternehmen an, in diesem Jahr zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen. Ebenfalls erfreulich ist, dass rund ein Drittel der Betriebe die Beschäftigtenzahl nach derzeitiger Planung stabil halten wird und nur 16 Prozent Arbeitsplätze streichen muss. Als primärer Beschäftigungsmotor entpuppt sich abermals die Informationstechnik mit einem Plus von 16.000 Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahr. Bei TK-Dienstleistern sowie den Herstellern von Kommunikationstechnik gehen jedoch 13.000 Stellen verloren. Dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass der Markt für Telekommunikationsdienste gegenwärtig von einem scharfen Preiswettbewerb geprägt ist. Parallel dazu vollziehe sich ein tief greifender technologischer Wandel in den Bereichen Festnetztelefonie, Mobilfunk und Internet, so der BITKOM. Trotz alledem ist die Jobbilanz der Branche im fünften Jahr in Folge positiv. (pte)

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