25714

Trojanische Pferde: Zunehmende Datendiebstähle bei Online-Spielen

17.07.2007 | 16:12 Uhr |

Die Zahl der Trojanischen Pferde, die persönliche Daten ausspionieren, steigt rasant weiter. Neben Zugangsdaten für das Online-Banking finden Malware-Programmierer zunehmend Interesse an Online-Spielen.

Das Ausspionieren von Kreditkartendaten und Zugangsdaten für das Online-Banking ist ein lukratives Geschäft. Der überwiegende Teil der Passwort-stehlenden Malware ("PWS") konzentriert sich daher auf diese Felder ("PWS-Banker"). Wie Francois Paget im Blog von McAfee AVERT Labs ) berichtet, sind Passwörter für Online-Spiele jedoch auch sehr interessant. Der Handel mit gestohlenen virtuellen Gütern aus solchen Spielen hat bereits dazu geführt, dass Ebay solche Auktionen untersagt und der Hersteller Blizzard mehr als 5.000 verdächtige Konten des Spiel "World of Warcraft" (WoW) gesperrt hat.

Die Gesamtzahl der bekannten Varianten von PWS-Malware ist zwischen Januar 2004 und Mai 2006 um etwa 250 Prozent gestiegen. Bis Ende Juni 2007 sei die Anzahl auf 35.000 Varianten geklettert, schreibt Paget, und wenn dieser Trend anhalte, werde man bis Ende des Jahres bei 45.000 sein. Besonders im Juni ist ein starker Anstieg nicht nur bei PWS-Banker sondern auch etwa bei PWS-MMORPG (Massive Multi-Player Online Role Playing Games) zu verzeichnen. Letztere Unterkategorie bezeichnet PWS-Malware, die auf Online-Rollenspiele spezialisiert ist.

Zu den Hauptzielscheiben der Key-Logger zählen ferner Spiele wie "Legend of Mir", "Lineage", "Gamania" und "World of Warcraft". Gestohlen werden einerseits die Zugangsdaten für ein Spiel, aber auch innerhalb des Spiels erworbene Güter wie Ausrüstung, Fähigkeiten, Waffen oder ganze Charaktere. Diese werden dann weiter verkauft, zum Teil gegen virtuelles Geld innerhalb des jeweiligen Spiels, zum Teil aber auch gegen harte Währung. Zusammen genommen erreicht die Zahl aller auf Online-Spiele fokussierten Schädlinge bereits die von Banking-Malware.

0 Kommentare zu diesem Artikel
25714