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Regin

Trojanerangriff auf Bundeskanzleramts-Mitarbeiterin

29.12.2014 | 08:52 Uhr |

Laut Medienberichten wurde der Super-Trojaner Regin auf dem Notebook einer Mitarbeiterin des Bundeskanzleramts entdeckt. Sicherheitsexperten halten es für möglich, dass Regin von des NSA entwickelt und verbreitet wurde.

Die Tageszeitung „Die Welt“ berichtet in ihrer Online-Ausgabe, dass auf dem USB-Stick einer Mitarbeiterin des Bundeskanzleramts ein Trojaner entdeckt wurde. Dabei soll es sich um Regin handeln. Die Existenz von Regin wurde erst vor einiger Zeit enthüllt.

Wie die Zeitung berichtet, hatte der Trojaner einen USB-Stick verseucht, auf dem sich ein Redemanuskript zur Europapolitik befunden haben soll. Die Referatsleiterin hatte das Redemanuskript zur EU-Politik zu sich nach Hause mitgenommen um es dort auf ihrem privaten Computer weiterzubearbeiten. Die Kanzleramtsmitarbeiterin speicherte das Dokument dann wieder auf dem Stick und brachte es danach wieder zurück auf ihr Arbeits-Notebook. Der im Kanzleramt installierte Virenscanner schlug dann sofort Alarm – insofern haben die Sicherheitsvorrichtungen im Bundeskanzleramt also funktioniert. Nur der Privatrechner der Mitarbeiterin war offensichtlich unzureichend geschützt.

Sicherheitsexperten überprüften anschließend alle weiteren „Hochsicherheitslaptops im Kanzleramt“ (O-Ton „Die Welt“). Dabei wurde keine weitere Malware gefunden.

Sollte der Bericht der Tageszeitung „Die Welt“ zutreffen, dann würde der Anfangsverdacht wieder einmal auf die NSA fallen. Denn Regin scheint von der NSA entwickelt und verbreitet worden zu sein. Regin gilt als hochkomplexer Trojaner. Die Sicherheitsunternehmen Kaspersky Lab und Symantec bezeichnen ihn als Stuxnet- und Duqu-Nachfolger.

Der Backdoor-Trojaner würde den beiden Sicherheits-Unternehmen zufolge für Spionage und Überwachung verwendet und sei von einer Komplexität, die man selten sehe: Sein Code sei größtenteils auf dem infizierten Rechner unsichtbar und die Malware tue alles, um zu verschleiern, dass Daten entwendet würden. Regin nehme staatliche Organisationen, Mobilfunkunternehmen, kleine Firmen und Forschungseinrichtungen sowie Privatpersonen ins Visier, wie Symantec ausführt.

 

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