Sicherheit

Trojan.Encoder in Deutschland auf dem Vormarsch

Freitag, 13.04.2012 | 14:15 von Benjamin Schischka
Doctor Web warnt vor Trojan.Encoder
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© istockphoto.com/zmeel
Der Antiviren-Spezialist Doctor Web warnt vor einer starken Verbreitung der Erpresser-Malware Trojan.Encoder.
In Russland ist der Schädling Trojan.Encoder schon länger unterwegs. Der Antiviren-Software-Hersteller Doctor Web meldet nun eine steigende Zahl von Infektionen mit dem Trojaner in weiteren europäischen Ländern, nämlich: Deutschland, Italien, Spanien, Großbritannien, Polen, Österreich, Norwegen und Bulgarien. Der Schädling verschlüsselt Daten auf den Festplatten seiner Opfer und verlangt Geld dafür, sie wieder freizugeben. Damit gehört Trojan.Encoder zur Malware-Familie der Ransomware. Das Kunstwort setzt sich zusammen aus „Ransom“ (= Lösegeld) und „Ware“ aus „Software“.

Am liebsten, so Doctor Web, suche sich Trojan.Encoder Microsoft-Office-Dokumente, Musik, Fotos und Archive, um sie dann zu verschlüsseln. Das Passwort zum Entschlüsseln gibt’s nur gegen 50 Euro oder britische Pfund. Die Zahlung soll über Ukash oder Paysafecard erfolgen. Paysafecard ist ein in Deutschland verbreiteter und anonymer Weg der Online-Bezahlung. Sie kaufen Guthaben-Karten an Tankstellen oder im Supermarkt.


Trojan.Encoder hat ein englisches Interface. Derzeit sind Doctor Web drei Varianten des Schädlings bekannt. Sie arbeiten ähnlich, sollen sich aber in der Verschlüsselung unterscheiden. Erste Anfragen von Betroffenen sollen am 9. und 10. April bei Doctor Web eingegangen sein.

Sie sind betroffen?

Doctor Web empfiehlt, auf keinen Fall das Betriebssystem neu aufzusetzen und auch keine Daten von der Festplatte zu löschen. Der Antiviren-Spezialist rät auch davon ab, die Entschlüsselung auf eigene Faust zu versuchen. Stattdessen sollen Sie diese Webseite von Dr. Web besuchen und ein verschlüsseltes Dokument hochladen. Ein Mitarbeiter soll sich dann bei Ihnen melden, um Ihnen zu helfen. Dr. Web verspricht, dass der Service kostenfrei ist. Allerdings könne die Kontaktaufnahme derzeit etwas länger dauern.

Tipp: Fein raus sind Sie, wenn Sie die gefangenen Dateien vorher in einem Backup auf einem externen Datenträger gesichert haben. In diesem Fall können Sie das System neu aufsetzen und die sauberen Daten anschließend rüberziehen.

Freitag, 13.04.2012 | 14:15 von Benjamin Schischka
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