Trittbrettfahrer

Schweinegrippe als Spam-Köder

Dienstag den 28.04.2009 um 15:26 Uhr

von Frank Ziemann

Schweinegrippe als Spam-Köder
Vergrößern Schweinegrippe als Spam-Köder
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Die Nachrichten über neue Verdachtsfälle von Schweinegrippe in Europa mehren sich und längst sind auch Spammer auf diesem Zug aufgesprungen. Derzeit versuchen sie vor allem die Verkaufszahlen dubioser Online-Apotheken zu erhöhen, aber auch Malware ist nicht mehr weit.
Die im angelsächsischen Sprachraum als "Swine Flu" bezeichnete Schweinegrippe, die sich langsam, aber stetig von Mexiko aus über den Globus verbreitet, ruft auch Trittbrettfahrer auf den Plan. In Spam-Mails wird derzeit noch vorwiegend mit der auch als "Mexikanische Grippe" bezeichneten Virusinfektion für diverse zweifelhafte Medikamenten-Versender geworben. Etliche Websites mit Dutzenden neu registrierter Domains sollen ebenfalls Kapital aus der eventuell drohenden Pandemie schlagen.

Das Internet Storm Center hat eine vorläufige Liste von Domains zusammen getragen, die in den letzten Tagen neu registriert worden sind und bereits im Namen auf die Schweinegrippe Bezug nehmen. Bislang hat anscheinend noch keiner versucht Malware oder Scareware (betrügerische Antivirusprogramme) über diese Schiene zu verbreiten, doch das ist nur eine Frage der Zeit.

Viele der neuen Domains sind noch bei Domain-Marktplätzen geparkt, die Werbung auf diesen Seiten zeigen. Zumindest in einem Fall versucht ein Website-Betreiber bereits Geld verdienen, indem er eine PDF-Datei mit dem Titel "Swine Flu Survival Guide" für 19,95 US-Dollar anbietet. Dies meldet der finnische Antivirushersteller F-Secure im Firmen-Blog . Dort findet sich ebenfalls eine wachsende Liste neu registrierter Domains.

Chris Barton vom Sicherheitsunternehmen McAfee berichtet im Avert Blog , dass bereits am Wochenende etwa zwei Prozent des globalen Spam-Aufkommens die Schweinegrippe im Betreff geführt haben. Als Beispiele nennt Barton etwa "First US swine flu victims!", "Swine flu in Hollywood!" oder "Madonna caught swine flu!". Sie enthalten Links zu in China registrierten Websites, die Werbung für die sattsam bekannten kanadischen Arzneimittelversender machen - dabei geht es jedoch weniger um Grippe- als um Potenzmittel.

Bis Online-Kriminelle auch über die Manipulation von Suchmaschinen versuchen werden, Malware und Scareware zu verbreiten, ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit. Wie schnell das gehen kann, zeigt das Beispiel der Fotos eines tödlichen Autounfalls . Ein Online-Artikel vom letzten Wochenende hat genügt, um die Trittbrettfahrer auf den Plan zu rufen.

Dienstag den 28.04.2009 um 15:26 Uhr

von Frank Ziemann

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