17.03.2011, 15:11

Frank Ziemann

Trittbrettfahrer

Online-Betrüger nutzen die Katastrophe in Japan

Online-Kriminelle missbrauchen die Naturkatastrophe wie auch den drohenden Super-GAU in Japan, um ihre dunklen Geschäfte voran zu treiben. Sie locken mit Schlagzeilen und bieten dubiose Produkte an.
Während sich die Lage im japanischen Kernkraftwerk Fukushima weiter zuspitzt, sind die üblichen Trittbrettfahrer längst auf den Zug aufgesprungen. Sie locken auf Youtube mit vorgeblichen Videos von Wunderrettungen, geben sich als Spendensammler für das Rote Kreuz aus und versuchen E-Books zu verkaufen, die Tipps enthalten sollen, wie man sich vor den Folgen radioaktiver Strahlung schützen kann.
Christopher „Paperghost” Boyd berichtet im Blog des Sicherheitsunternehmens GFI Sunbelt über verschiedene Beispiele, wie Spammer und Scammer versuchen aus der Situation in Japan Kapital zu schlagen. Bestenfalls dubiose Beiträge auf Youtube, in denen behauptet wird, das Video könne aus Lizenzgründen dort nicht gezeigt werden, sollen potenzielle Opfer auf Websites der Trittbrettfahrer locken.
Hier werden neugierige Besucher, die ein Video über die wundersame Rettung eines japanischen Erdbebenopfers erwarten, zur Teilnahme an einer Umfrage genötigt. Sie sollen verschiedene persönliche Daten preisgeben, ein Video bekommen sie jedoch nicht zu sehen. Die gesammelten Datensätze können die Betrüger dann zu Geld machen. Derartige Betrugsmaschen sind auch ständig auf Facebook zu finden.
Doch außer Umfragen droht auch Malware. Die altbekannte Masche funktioniert offenbar noch immer: Neugierige werden auf eine Website gelockt, die ein Video verspricht. Doch die Besucher der Seite sollen zunächst ein vorgebliches Update für den Flash Player installieren, das für die Videowiedergabe nötig sein soll. Doch bei dem vermeintlichen Update handelt es sich regelmäßig um einen Trojan-Downloader oder einen artverwandten Schädling.
 
Spam-Tweets auf Twitter werben für ein knapp 20 Dollar teures E-Book mit Ratschlägen, wie man sich dekontaminieren können soll, nachdem man radioaktiver Strahlung ausgesetzt war. Ein E-Book sei ja auch, was man dann am dringendsten brauche, meint Boyd. Spam-Mails mit auf Japan bezogenen Schlagzeilen werben für betrügerische Medikamentenversender.
Andere Betrüger imitieren mit ihrer Website die des japanischen Roten Kreuzes und geben vor Spenden für die Erdbebenopfer zu sammeln. Doch die Einzahlung über Paypal oder Alertpay wird vom echten Roten Kreuz gar nicht angeboten. Die Domain der Betrüger-Website ist erst am 12. März 2011 registriert worden.
Spammer und Betrüger nutzen jedes Ereignis, das Aufmerksamkeit verspricht, für ihre Zwecke. Bei aller Hilfsbereitschaft für die Opfer in Japan sollten Sie daher misstrauisch bleiben, wem Sie Ihr Geld und ihre persönlichen Daten anvertrauen.
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