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Tritt Ron Sommer zurück?

26.02.2001 | 09:02 Uhr |

Neue Spekulationen über die angeblich kurz bevorstehende Ablösung von Telekom-Chef Ron Sommer hat das Unternehmen energisch zurückgewiesen. "Da ist absolut nichts dran", erklärte Telekom-Sprecher Ulrich Lissek am Sonntag.

Neue Spekulationen über die angeblich kurz bevorstehende Ablösung von Telekom-Chef Ron Sommer hat das Unternehmen energisch zurückgewiesen. "Da ist absolut nichts dran", erklärte Telekom-Sprecher Ulrich Lissek am Sonntag.

Die "Welt am Sonntag" hatte berichtet, der Telekom-Aufsichtsrat habe bereits potenzielle Nachfolger für Sommer sondiert. Erst vor wenigen Tagen hatte der Telekom-Chef im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung gesagt: "Mein Stuhl wackelt nicht, und wenn es noch so oft geschrieben wird."

Auch die Bundesregierung wies die "Einmischungsversuche von Oppositionspolitikern" bei der Deutschen Telekom scharf zurück. Die Deutsche Telekom sei eine Aktiengesellschaft im internationalen Wettbewerb und kein "Spielfeld für unbedarfte Oppositionspolitiker", erklärte der stellvertretende Regierungssprecher Bela Anda.

Das operative Geschäft sei Sache des Vorstandes und vor allem die des Vorstandsvorsitzenden, mit dem die Bundesregierung vertrauensvoll zusammenarbeite. Personalentscheidungen treffe nach Aktienrecht allein der Aufsichtsrat. Wer ohne Kenntnis des Aktienrechts versuche, auf dem Rücken der Deutschen Telekom parteipolitische Süppchen zu kochen, schwäche das Unternehmen und schade dessen Aktionären.

Das Bundesfinanzministerium lehnte ebenfalls jeden Kommentar ab. "Wir beteiligen uns nicht an der Personaldiskussion", sagte eine Sprecherin am Sonntag. Das Ministerium beurteile die Deutsche Telekom weiter als ein "zukunftsfähiges Unternehmen", das im Vergleich zu anderen Unternehmen der Branche "sehr gut" dastehe. Die wirtschaftliche Lage der Telekom könne nicht mit dem Verhalten der Börsen in Bezug gesetzt werden.

Der CDU/CSU-Fraktionschef im Deutschen Bundestag, Friedrich Merz, sagte zu den Spekulationen um die angebliche Ablösung des Telekom-Chefs, Sommer habe "Vertrauen und Unterstützung in seine Arbeit verdient". Wenn er gehe, werde der Kurs der Telekom-Aktie noch weiter abstürzen. Merz wies darauf hin, dass sich die Telekom-Industrie weltweit in einer schwierigen Phase befinde. Die deutsche Telekom habe aber unverändert gute Chancen, ein "erfolgreiches globales Unternehmen" zu werden.

Mittlerweile wies der Telekom-Chef Rücktrittsgerüchte zurück. Ron Sommer sieht trotz der gegen ihn erhobenen Vorwürfe, Managementfehler begangen zu haben, keinen Grund für einen Rücktritt. Gegenüber der "Bild"-Zeitung (Montagausgabe) meinte er: "Dafür sehe ich keinen Anlass, weil wir in den vergangenen Jahren ein hervorragendes Fundament gebaut haben, um die Zukunft erfolgreich meistern zu können." Er werde weiterhin mit allen Mitarbeitern am "Ausbau dieser Position hart arbeiten".

Den Aktionären macht Sommer Hoffnung, dass der Aktienkurs bald wieder steigt. Wörtlich meinte der Telekom-Chef: "Alle Technologiewerte weltweit sind in einen Sog nach unten geraten. Es werden diejenigen sehr schnell wieder steigen, deren Strategie die Richtige ist. Dazu werden auch wir gehören." (PC-WELT, 25.02.2001, dpa/ pk)

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