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Webnutzer der ersten Stunde prägen Internet-Entwicklung

20.11.2008 | 13:27 Uhr |

Die erste Generation der europäischen Internetnutzer gibt den Ton bei den aktuellen Online-Gepflogenheiten an.

Wie die European Interactive Advertising Association ( EIAA ) in ihrer aktuellen Mediascope-Studie zeigt, beeinflussen die 25- bis 34-Jährigen, die meist erstmals in ihrer Schulzeit mit dem Web konfrontiert wurden, den Gebrauch des Internets am stärksten. Vertreter dieser Generation sind beispielsweise als erste in Scharen zur Google -Suche übergelaufen, nachdem sie zuvor ihre Online-Recherchen bei Angeboten wie Lycos und AltaVista gemacht hatten. Dieselbe Altersgruppe war es auch, die soziale Netzwerke wie MySpace entdeckte und sich mit nutzergenerierten Inhalten beschäftigte.

Immer mehr 25- bis 34-Jährige, meist anspruchsvoll und mit wenig Zeit, wenden sich dem Internet zu und bestimmen damit auch Trends für Marken und Werbetreibende. Wie die Studie zeigt, verbringen Vertreter dieser Generation im Schnitt 13,9 Stunden pro Woche im Netz. Damit liegen sie deutlich über dem Gesamtdurchschnitt. Ein Drittel dieser Gruppe kommt sogar auf 16 Stunden Internetnutzung wöchentlich. Rund 50 Prozent nutzen regelmäßig soziale Netzwerke. Jüngere Nutzer im Alter von 16- bis 24 Jahren sind in Deutschland zum Beispiel vor allem am Wochenende aktiv. "91 Prozent aus dieser Altersgruppen gehen am Wochenende online. Bei den 24- bis 35-Jährigen sind es in Deutschland am Samstag und Sonntag 76 Prozent", so ein EIAA-Sprecher. In beiden Altersgruppen habe es deutliche Steigerungen im Vergleich zum Vorjahr gegeben.

Laut dem EIAA-Bericht boomt die Internetnutzung derzeit in ganz Europa. Mehr als die Hälfte der User geht regelmäßig mindestens einmal pro Tag online. Die 25- bis 34-Jährigen hinterlassen mit ihren Nutzungsgewohnheiten in allen Bereichen deutliche Spuren. So hat die Vorliebe dieser Generation für E-Mails, Instant Messaging und später Musikdownloads und Online-Videos großen Einfluss auf die Entwicklung des Internets genommen. Nun ist die erste Nutzergeneration auch in ein Alter gekommen, in dem die meisten über mehr Geld verfügen, manchmal Familien gegründet und generell Verantwortung übernommen haben. Auch dadurch bestimmen viele die Art und Weise, wie sich das Netz wandelt, mit. "Was sich dieses Jahr besonders stark gezeigt hat: Die Leute nutzen das Netz stärker, um ihr Leben zu organisieren", sagt Alison Fennah, EIAA Executive Director. Anders als noch vor fünf Jahren sei das Web heute mehr als ein Medium.

Die sogenannte "Golden Youth"-Gruppe ist zudem für viele Entwicklungen in den Bereichen von Online-Finanzmanagement sowie Gesundheits- und E-Govermentangeboten verantwortlich. Insgesamt sagen 73 Prozent der europäischen User, dass sie mithilfe des Internets Kontakt zu Familie und Freunden halten. Auch für Kaufentscheidungen ist das Web sehr wichtig geworden. Während 2004 erst 50 Prozent der Konsumenten auf Grundlage von Online-Recherchen etwas gekauft haben, sind es nun bereits 87 Prozent. (pte/jp)

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