234097

Verkaufsboom bei webfähigen TV-Geräten

09.08.2009 | 14:41 Uhr |

Für Konsumenten gewinnt der Wunsch, Webinhalte auch auf dem TV-Bildschirm im Wohnzimmer nutzen zu können, zunehmend an Bedeutung. Dass die Hersteller gut daran beraten sind, ihr Engagement im Bereich internetfähiger Fernsehgeräte auszubauen, zeigt ein aktueller Bericht des Marktforschungsunternehmens Quixel Research.

Dem Bericht zufolge hat der erwirtschaftete Umsatz mit derartigen Produkten im zweiten Quartal 2009 um ganze 40 Prozent zugelegt. Während im ersten Quartal noch rund 776 Mio. Dollar in diesem Segment eingenommen werden konnten, kletterte der entsprechende Wert innerhalb der Folgemonate erstmals über die Eine-Milliarde-Dollar-Marke. "Das Timing für eine Umstellung der Konsumenten auf internetfähige TV-Geräte ist richtig", ist Quixel-Research-Analystin Tamaryn Pratt überzeugt. "Die Verbindung der Vielfalt von medialen Inhalten aus dem Internet und der hohen Bildqualität heutiger Fernsehgeräte ist aus Sicht der TV-Nutzer natürlich besonders attraktiv", stellt Roland Raithel, Sprecher des deutschen TV-Herstellers Loewe , gegenüber pressetext fest. Das Potenzial der Kombination beider Medienformen habe man bei Loewe bereits vor mittlerweile rund 14 Jahren erkannt. "Wir haben 1995 auf der Funkausstellung in Berlin den ersten webfähigen TV vorgestellt, der 1997 auch offiziell auf dem Markt erschienen ist. Dieser war damals aber noch nicht bereit für ein derart neuartiges Produkt. Durch die neuen technischen Möglichkeiten hat sich das aber inzwischen grundlegend geändert und die Konsumenten stehen einer Vermischung von Internet und TV sehr aufgeschlossen gegenüber", erklärt Raithel. Größtes Hemmnis für die weitere Entwicklung des Internet-TV-Marktes in Deutschland sei derzeit aber noch das Fehlen eines einheitlichen Standards, das eine perfekte Abstimmung zwischen Content-Anbietern und Geräteherstellern deutlich erschwere.

Ausschlaggebend für den derzeitigen Boom bei der Nachfrage nach internetfähigen TV-Geräten ist laut Quixel-Research-Analystin eine ganze Reihe verschiedener Faktoren. "Die Mehrheit der Menschen hat inzwischen in ihrem Haushalt einen schnellen Breitband-Internetzugang zur Verfügung. Da gleichzeitig auch immer mehr Premium-Inhalte im Web angeboten werden, versuchen die Hersteller Kapital aus dem spürbar stärker werdenden Wunsch der Konsumenten zu schlagen, Online-Content auch auf einem wesentlich größeren TV-Bildschirm nutzen zu können", erläutert Pratt. Gegenwärtig sind den US-Marktforschern zufolge aber lediglich rund 15 bis 20 Prozent der Fernseher, die mit einer integrierten Webfähigkeit ausgestattet sind, auch tatsächlich mit dem Netz verbunden. Bis zum Jahresende soll dieser Wert aber noch signifikant in die Höhe schnellen.

Den größten Anstieg in puncto Verkaufs- und Umsatzzahlen ereichten überraschenderweise nicht internetfähige LCD-, sondern Plasma-TV-Fernseher. Hier konnte im zweiten Quartal im Vergleich zu den ersten Monaten dieses Jahres ein Zuwachs von 202 Prozent bei den verkauften Einheiten und ein Plus von 163 Prozent bei einem Gesamtumsatz von 293 Mio. Dollar verzeichnet werden. Bei mit LCD-Technologie ausgerüsteten Geräten wuchs die Zahl der abgesetzten Einheiten hingegen lediglich um 40 Prozent, wobei der Umsatz um 20 Prozent auf 795 Mio. Dollar anstieg. "Dass webfähige Plasma-Geräte angesichts der deutlichen Marktdominanz von LCD-TVs derart hohe Zuwachsraten aufweisen, ist schon etwas ungewöhnlich. Trotzdem ist davon auszugehen, dass LCD seine große Marktdominanz weiter ausbauen wird", so Raithel abschließend. (pte)

0 Kommentare zu diesem Artikel
234097