Exklusiv-Interview
Trend: Mobiles, personalisiertes, lokalisiertes Web
PC-WELT: Nun haben Sie ja nicht mehr nur die Zielgruppe der Endanwender im Visier, sondern auch die Unternehmen… was verbirgt sich hinter Google Enterprise?
Rode: Wi bieten unseren Firmenkunden speziell auf deren Bedürfnisse zugeschnittene Pakete an. Nehmen Sie das Beispiel der Suche: Wer beispielsweise ständig verändernden Content hat, aber nur eine geringe Zahl an zu durchsuchenden Seiten, für den kann Google Mini die richtige Lösung sein. Wer Content in größerem Umfang hat und zudem noch auf eine Datenbank zurückgreift, für den passt die Google Search Appliance.
Firmen, die nur öffentlichen Content haben, können auf die Custom Search Engine setzen. Und wer noch lokal auf der Platte liegende Inhalte in die Suche einbeziehen will, für den ist möglicherweise Google Desktop das passende Produkt. Alles ist miteinander und mit anderen Diensten kombinierbar, auch mit den Geospatial-Search-Produkten, also Kartendiensten. Diese Dienste finanzieren sich übrigens nicht über einen Revenue Share, sondern werden für eine feste Gebühr gebucht.
PC-WELT: Was sind denn so die Trends bei Google? Was ist derzeit das am meisten wachsende Produkt? Wovon verspricht Google sich besonders viel?
Rode: Allgemein gesprochen gibt es einige Trends im Netz, die sich auch bei Google niederschlagen. Da ist zum einen die Personalisierung, die wir beispielsweise durch iGoogle oder durch die personalisierte Newsseite anbieten. IGoogle ist derzeit sicherlich das Produkt, das Tag für Tag die meisten neuen Nutzer findet. Ansonsten holen aber auch die Enterprise-Anwendungen auf. Ein weiterer Trend sind sicherlich die mobilen Services – also Google-Dienste auf einem mobilen Gerät wie Handy oder PDA. Natürlich ist es interessant, dass ich meine Bildersuche, meine Nachrichtensuche, meinen Kalender oder meine Mails und Google Maps auf dem Mobilgerät nutzen kann und wir arbeiten daher daran, möglichst viele Anwendungen auf mobilen Geräten verfügbar zu machen.
Ein dritter Trend ist sicherlich das Thema lokale Information, das was Sie beispielsweise unter Google Maps kennen. Ein Viertel aller Suchanfragen haben einen lokalen Hintergrund und wir sind natürlich sehr daran interessiert, unseren Nutzern einen guten Service zu bieten. Wir sind ziemlich sicher, dass das Thema lokale Services auch in den kommenden Jahren noch wichtiger werden wird.
PC-WELT: Google hat in der Anfang November für Aufsehen mit der Ankündigung eines Google-Betriebssystem fürs Handy gesorgt. Was verbirgt sich hinter Android?
Rode: Android ist eine neue Philosophie auf dem mobilen Markt, die auf dem Open-Source-Gedanken basiert. Also ein offenes Betriebssystem, bei dem wir sogar monetäre Anreize schaffen – wir haben ein Preisgeld in Höhe von insgesamt 10 Millionen Dollar ausgelobt für die besten Anwendungen. Wir bitten jeden Entwickler, intelligente Applikationen für mobile Endgeräte zu schreiben und intelligente Services aufzusetzen. Auch da setzen wir auf die Community. Wir wissen, dass wir nicht nur kreative Köpfe im Unternehmen haben, sondern auch da draußen viele helle Köpfe sitzen, die ganz neue Funktionen und Applikationen für diese Plattform einbringen können, die irgendwann mal, so hoffen wir, einen
signifikanten Marktanteil im Handybereich erreichen wird.
signifikanten Marktanteil im Handybereich erreichen wird.
Unser Ansatz ist es, das Betriebssystem offenzulegen. Seitdem der Open-Source-Gedanke und die APIs im Netz immer verbreiteter werden, sehen wir, dass da irre viel Input von den Anwendern kommt – neue Anwendungsmöglichkeiten, neue Ideen, neue Erweiterungen. Und das ist auch der Gedanke, der hinter Android steckt. Denn dadurch kriegen wir Anwendungen, an die man möglicherweise heute noch gar nicht denkt. Und das ist ja auch das Ziel, das wir mit dem Wettbewerb verfolgen. Wir sind sehr gespannt darauf, was sich die Entwicklergemeinde so alles einfallen lässt für Android. Ein paar Ideen und Services konnten Sie ja bereits in dem Video zu Android sehen.
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