27.06.2009, 16:05

pte

Trend

Internet wird zu Hauptquelle für Politikinformation

Das Internet entwickelt sich in Deutschland zur Hauptquelle für politische Informationen. Am stärksten greifen Jungwähler und politisch Interessierte unter 30 Jahren in dieser Hinsicht auf Online-Quellen zu.
Mehr als 60 Prozent der Deutschen in der Altersgruppe holen sich politische Informationen aus dem Web. Nur 48 Prozent aus der jungen Zielgruppe nutzen dafür das klassische Medium Zeitung. Damit hat das Internet als Politik-Informationsquelle zumindest bei Jungwählern die traditionellen Medien bereits überholt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Untersuchung zum politischen Mediennutzungsverhalten von der University of Management and Communication Potsdam im Auftrag von Google. "Wir führen regelmäßig Studien zum Mediennutzungsverhalten durch, das Thema Politik haben wir jedoch zum ersten Mal aufgegriffen", erklärt Lena Wagner, Sprecherin Google Deutschland, auf Nachfrage von pressetext. Was sich dabei auf den ersten Blick zeigt, sind markante Kontraste in den verschiedenen Altersgruppen. Während sich die Generation 60plus noch sehr viel häufiger via Fernsehen oder Printmedien informiert, ist bei den unter 30-Jährigen das Internet bereits für jeden Dritten die wichtigste Politik-Informationsquelle. Das Vertrauen gegenüber den Online-Quellen ist dabei ebenso hoch wie bei etablierten Printtiteln. Die ältere Generation hingegen gibt gedruckten Zeitungen nach wie vor einen Vertrauensbonus von rund zehn Prozentpunkten.
"73 Prozent der befragten Internetnutzer setzen bei Politikinformationen auf Suchmaschinen, 68 Prozent besuchen Nachrichtenseiten und 27 Prozent lesen Blogs", erklärt Wagner die Nutzung der diverse Online-Quellen gegenüber pressetext. Etwa 40 Mio. Deutsche surfen inzwischen täglich im Web. Im Bereich Politik interessieren sich diese regelmäßigen Internetnutzer insbesondere für Wirtschaftsthemen, Außen- und Innenpolitik. Dahinter folgen Arbeits- und Sozial- sowie die Verteidigungspolitik. Kaum direkt genutzt werden jedoch die Webplattformen von Parteien, Ministerien oder Verbänden.
Die Untersuchung ergab auch, dass fast jeder zweite User Textanzeigen, mit denen politische Akteure auf ihre Inhalte aufmerksam machen, folgen würde, um schnell an gesuchte Informationen zu kommen. Dass das Interesse an politischen Infoquellen im Netz generell groß ist, wird nicht zuletzt durch den Bundeswahltagskampf in Deutschland zusätzlich angetrieben. Rund 80 Prozent der regelmäßigen Internetnutzer messen der Politikberichterstattung auf Nachrichtenseiten mit vielfältigem Angebot an Text-, Bild- und Videomaterial eine große Bedeutung bei. Dabei sind es insbesondere wieder die jüngeren Zielgruppen, die Video-Content einen hohen Stellenwert einräumen. Als bekannteste Plattform im Bereich Online-Video hat YouTube demnach auch bei politischen Themen durchaus Gewicht als Informationsmedium. (pte)
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