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Transmeta lüftet Crusoe-Geheimnis

20.01.2000 | 00:00 Uhr |

Nach viereinhalb Jahren Geheimniskrämerei hat jetzt Transmet

Nach viereinhalb Jahren Geheimniskrämerei hat jetzt Transmeta die Crusoe-Prozessor-Familie vorgestellt: Sie sollen in mobilen Endgeräten zum Einsatz kommen - von PDAs (Personal Digital Assistants) und Webpads bis hin zu Notebooks.

Laut Transmeta-Chef David Ditzel handelt es sich um die wichtigste Hardware-Innovation der vergangenen zehn bis 15 Jahre: "Wir schaffen eine völlig neue Computing-Kategorie", erklärt der ehemalige Sun-Manager.

Die "Crusoe"-Prozessoren unterscheiden sich stark vom herkömmlichen Prozessordesign. Sie enthalten nur einen relativ einfachen Hardwarekern: die "VLIW-Engine" (Very Long Instruction Word) mit 128 Bit Datenbreite. Auf dieser läuft, quasi als Prozessor-Betriebssystem, eine "Code-Morphing"-Software. Diese bildet bekannte CPU-Typen nach, beispielsweise den x86-Befehlssatz der Intel-Chips.

Damit lassen sich Rechtsstreitigkeiten mit Intel vermeiden, denn die Patentrechte dieses Unternehmens beziehen sich auf Hardware und nicht auf Software.

Weiterer Vorteil gegenüber anderen Prozessoren: die deutlich niedrigere Leistungsaufnahme von rund einem Watt (zum Vergleich: Intels "Celeron" genehmigt sich zwischen vier und zehn Watt), die sich in geringerer Abwärme und - beim mobilen Einsatz - längeren Akkulaufzeiten manifestiert.

Dazu trägt noch zusätzlich die "Longrun"-Technik bei. Dabei handelt es sich um ein intelligentes Power-Management, das die Taktrate und Spannung des Prozessors ständig (bis zu 100 mal pro Sekunde) an den Workload der jeweiligen Anwendung anpasst. Zur Jahresmitte sollen erste Notebooks und Web-Pads auf den Markt kommen.

Allerdings konnte Transmeta noch keinen Computerhersteller nennen, der die Chips einbauen will. Man sei mit zahlreichen amerikanischen und asiatischen Kunden im Gespräch, hieß es lediglich. (PC-WELT, 20.01.2000, he)

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