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Toysmart soll 250.000 Kundendaten löschen

11.01.2001 | 12:14 Uhr |

Kundenlisten sind oft das einzige Vermögen, über das bankrotte Internet-Firmen noch verfügen. Diese sind zum Teil sehr wertvoll für andere Unternehmen, die im gleichen Sektor agieren. Dementsprechend häufig werden diese Listen an den Meistbietenden verramscht - Datenschützer laufen Sturm.

Kundenlisten sind oft das einzige Vermögen, über das bankrotte Internet-Firmen noch verfügen. Diese sind zum Teil sehr wertvoll für andere Unternehmen, die im gleichen Sektor agieren.

Der Online-Spielzeughändler Toysmart.com wollte nach seinem Bankrott mit seinen rund 250.000 Kunden-Datensätzen ebenfalls Kasse machen. Gegen diesen Vorgang legte die Federal Trade Commission (FTC) der USA Klage ein, mit Erfolg. Ein Verkauf der Daten muss vom Gericht genehmigt werden.

Disney, mit 60 Prozent der Haupteigentümer von Toysmart.com, wählt nun einen anderen Weg. Sie bot der Schuldenüberhäuften Firma 50.000 Dollar an und möchte die so gekauften Daten löschen.

Dies wäre ein Sieg für verschiedene Internet-Privacy-Groups, die gegen einen Verkauf der Daten Sturm liefen. In den Geschäftsbedingungen des Online-Händlers wurde den Kunden seinerzeit zugesichert, die Daten an keinen Dritten zu verkaufen.

"Dieser Fall ist ein Meilenstein, da er anderen Unternehmen zeigt, dass sie sich, wenn sie ihr Geschäft betreiben, an Datenschutz-Versprechungen halten müssen und auch dann weiter daran festhalten müssen, wenn sie ihr Geschäft auflösen"; so Dave Steer, Sprecher der Privacy-Group Truste. (PC-WELT, 11.01.2001, mp)

Pranger im Internet (PC-WELT Online, 08.01.2001)

Grüne wollen Datenschutz für Neue Medien (PC-WELT Online, 04.01.2001)

Mangelndes Datenschutzbewusstsein bei Unternehmen (PC-WELT Online, 12.10.2000)

Kundendaten lagen offen (PC-WELT Online, 07.09.2000)

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