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Toyota erstes Brennstoffzellen-Auto ab 2015 in Deutschland erhältlich

18.11.2014 | 10:45 Uhr |

Der Toyota Mirai ist ab September 2015 in Deutschland erhältlich. Mit 154 PS und 335 Nm, die dank des Elektromotors sofort anliegen. Zusammen mit dem tiefen Schwerpunkt verspricht Toyotas erstes Serien-Brennstoffzellen-Auto viel Fahrspaß. Der Preis ist aber heftig.

Das erste in Serie produzierte Brennstoffzellenfahrzeug von Toyota heißt Mirai, benannt nach dem japanischen Wort für „Zukunft“. Das gab Toyota jetzt bekannt. Marktstart ist bereits am 15. Dezember 2014 in Japan. In Deutschland bringt Toyota den Mirai ab September 2015 auf den Markt. Zunächst aber nur auf Leasing-Basis. Kalkulationsgrundlage dafür ist laut Toyota ein Verkaufspreis von 78.540 Euro inklusive Mehrwertsteuer.

Technische Daten

Der 4,89 Meter lange Mirai besitzt vier Sitzplätze und verspricht eine gute Straßenlage aufgrund seines tiefen Schwerpunkts (dank der unterflurigen Montage der Brennstoffzellen-Stacks und des Wasserstoff-Tanks). Serienmäßig wird der Wagen mit 17-Zoll-Leichtmetallfelgen ausgeliefert. Die Systemleistung gibt Toyota mit 113 kW/154 PS an, das maximale Drehmoment beträgt 335 Nm, die dank des Elektromotors sofort anliegen. Die zentrale Instrumententafel umfasst einen Tachometer und ein hochauflösendes 4,2-Zoll-TFT-Multiinformationsdisplay. Über Bedientasten am Lenkrad kann der Fahrer das Display wechseln.

Das Cockpit
Vergrößern Das Cockpit
© Toyota

Brennstoffzelle und Wasserstoff

Das Herzstück des Toyota Mirai bildet eine Brennstoffzelle mit 3,1 kW Leistung pro Liter Bauvolumen. Die aus drei Schichten kohlefaserverstärkten Kunststofftanks speichern den Wasserstoff bei einem Druck von 700 bar. Obwohl ihr Gewicht und ihre Größe im Vergleich zum Toyota FCHV-adv verringert wurden, stieg ihre Speicherkapazität um 20 Prozent.

Die Wasserstofftanks und die Stacks der Brennstoffzelle
Vergrößern Die Wasserstofftanks und die Stacks der Brennstoffzelle
© Toyota

Die Brennstoffzelle wandelt Wasserstoff in elektrische Energie um, die wiederum den Elektromotor antreibt. Dabei stößt das Fahrzeug weder CO2- noch andere Schadstoffemissionen aus, sondern nur Wasserdampf. Es soll aber eine ähnliche Reichweite wie konventionell angetriebene Fahrzeuge bieten – ein entscheidender Vorteil gegenüber Elektro-Autos wie dem BMW i3. Der Tankvorgang soll nur drei Minuten dauern und ist damit nahezu genauso lang wie bei einem konventionell angetriebenen Fahrzeug. Und deutlich kürzer als der Ladevorgang eines Elektro-Autos. Allerdings setzt das Tanken ein flächendeckendes Tankstellennetz mit Wasserstoff voraus. Damit sieht es derzeit in Deutschland noch sehr schlecht aus.

Wasserstoff lässt sich auf vielfältige Weise herstellen und soll so deshalb perfekter Energieträger sein. Wasserstoff ist laut Toyota zudem leicht zu speichern und zu transportieren, kann problemlos dem Gasnetz beigemischt werden und lässt sich bei Bedarf wieder rückverstromen. Als Treibstoff genutzt weist er Toyota zufolge im komprimierten Zustand eine höhere Energiedichte auf als Batterien.

Aus der Vogelperspektive
Vergrößern Aus der Vogelperspektive
© Toyota

Das jetzt zum Einsatz kommende System aus Brennstoffzellen-Stacks, Aufwärtswandler und Hochdruck-Wasserstofftanks sei das Ergebnis jahrelanger Forschung und Entwicklung. Viele Komponenten auf der Hybridtechnologie können auch für das Wasserstoff-Fahrzeug verwendet werden.

Sicherheit

Sollte einmal Wasserstoff austreten, schicken Sensoren sofort eine Warnung ins Cockpit und schalten automatisch den Wasserstoffzufluss ab, wie die Japaner versprechen. Alle Leitungen und Tanks liegen außerhalb der Fahrzeugkabine, sodass sich austretender Wasserstoff direkt verflüchtigen soll.

Die Karosserie absorbiert die Aufprallenergie bei einem Unfall und soll verhindern, dass Brennstoffzelle oder die Wasserstofftanks im Falle eines Frontal-, Seiten- oder Heckcrashs Schaden nehmen. Der Rahmen der Brennstoffzellen-Stacks besteht aus kohlefaserverstärktem Kunststoff und schützt die Brennstoffzelle vor Stößen und Beschädigungen.

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Der Toyota Mirai besitzt die bekannten Fahrsicherheitssysteme wie ein Notbremssystem, das den Fahrer vor einem drohenden Unfall warnt und automatisch eine Notbremsung einleitet, und einen Spurverlassenswarner, der mittels einer Kamera die Fahrspur überwacht und den Fahrer bei einem unbeabsichtigten Wechsel alarmiert. Ein Tot-Winkel-Warner informiert über seitlich herannahende Autos.

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