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Toyota und Nissan: Massen-Rückruf wegen Airbag-Problemen

13.05.2015 | 15:35 Uhr |

Toyota und Nissan rufen Fahrzeuge wegen Airbag-Problemen in die Werkstätten zurück. Weltweit sollen über fünf Millionen Fahrzeuge betroffen sein. Die Airbags können bei einem Unfall versagen oder sogar explodieren. Update: Nissan dementiert Explosionen und die derzeit kursierende Zahl von 1,56 Millionen betroffenen Fahrzeugen.

Dabei handelt es sich nicht um ein völlig neues Problem, sondern um eine Erweiterung einer bereits länger zurückliegenden Rückruf-Aktion wegen Problemen mit Airbags das Zulieferers Takata.

Toyota

Die betroffenen Airbag-Systeme hat Toyota in diesen Fahrzeug-Modellen und Baujahren verbaut: Corolla, Yaris, Picnic, Avensis Verso, Tundra und Sequoia (Produktionszeitraum März 2003 bis März 2007) sowie Modelle der Baureihen RAV4 und Hilux (Produktionszeitraum Juli 2003 bis Dezember 2005).

Nur die genannten Modelle und Baujahre sind betroffen. Toyota schreibt die Fahrzeughalter an.

Die betroffenen Fahrzeuge sollen in eine Toyota-Werkstatt kommen. Dort wird der Airbag-Gasgenerator ausgetauscht. Der Werkstattaufenthalt ist für den Kunden kostenfrei und dauert bis zu vier Stunden.

Grund für den Rückruf

Toyota habe verschiedene Untersuchungen in Bezug auf Airbag-Gasgeneratoren durchgeführt, die von dem Zulieferer Takata produziert wurden. Unter den auf dem japanischen Markt eingesammelten und untersuchten Teilen wurden auch bestimmte Airbag-Gasgeneratoren gefunden, bei denen über die Nutzungsdauer im Fahrzeug hinweg Feuchtigkeit eingetreten sein könnte. Somit kann es - ausschließlich im Falle eines Unfalls, wie Toyota betont - dazu kommen, dass der Airbag nicht ordnungsgemäß funktioniert. Dass das Eindringen von Feuchtigkeit in den Airbag-Gasgenerator in einem Zusammenhang mit dem Reißen des Generators steht, sei Toyota zufolge nicht bekannt.

Für bestimmte Gasgeneratoren auf der Beifahrer- und Fahrerseite, die anfällig für das Eindringen von Feuchtigkeit sein können, startet Toyota nun einen neuen weltweiten Rückruf beziehungsweise erweitert den Produktionszeitraum von betroffenen Fahrzeugen bei einem bereits getätigten Rückruf. In Deutschland betrifft dies insgesamt 152.940 Fahrzeuge, europaweit rund 1.264.000 und weltweit 5.089.000 Fahrzeuge.

Nissan (Update 15:20 Uhr)

Laut Nissan besteht der Takata-Airbag-Probleme-Rückruf mittlerweile aus drei Wellen. Der erste Rückruf stammt aus dem Jahr 2013, 2014 folgte der zweite Rückruf. Damals waren folgende Modelle und Produktionszeiträume von dem Takata-Airbag-Rückruf betroffen:

X-Trail (T30): 29/05/2000 bis 24/11/2003

Pick-up (D22): 29/05/2000 bis 24/11/2003

Pathfinder (R50): 29/05/2000 bis 24/11/2003

Patrol GR (Y61): 29/05/2000 bis 24/11/2003

Theoretisch waren damals laut Nissan weltweit 62.321 Fahrzeuge und in Deutschland 10.279 Fahrzeuge betroffen. Weil es jedoch ältere Fahrzeuge aus dem Zeitraum 2000-2003 betrifft, war laut Nissan die Zahl der tatsächlich noch in Deutschland in Betrieb befindlichen Fahrzeuge erheblich niedriger.

Aktueller Rückruf : Keine Explosionen

Der heute berichtete Rückruf ist nun bereits die dritte Welle. Er betrifft Fahrzeuge aus den Produktionszeiträumen 2004 bis 2006. Und die Modelle Nissan Almera, Almera Tino und Nissan Terrano 2. In Europa sind 323.000 Fahrzeuge betroffen, in Deutschland 28.608. Wie viele Fahrzeuge außerhalb von Europa betroffen sind, konnte uns Nissan noch nicht sagen.

Nissan betonte auf unsere Nachfrage, dass man nicht wisse, woher die derzeit in vielen Medien genannte Zahl von 1,56 Millionen betroffenen Fahrzeugen stamme. Diese Zahl kenne man bei Nissan Deutschland nicht. Zudem wisse Nissan Deutschland nicht, worauf die Berichte über explodierende Airbags basieren würden. Explosionen könne man nicht bestätigen. Das Problem würde nur im Auslösefall, also bei einem Unfall auftreten. Und dann nicht als Explosion, sondern als zu hoher Druck beim Zünden der Patrone. Dadurch könnten Verkleidungsteile durch den Innenraum geschleudert werden. Die Airbags würden also keinesfalls plötzlich explodieren.

Grund für den Rückruf

In Folge einer inkorrekten Produktion könne laut Nissan der Druck bei der Airbagentfaltung zu hoch werden, wodurch es auch zu Beschädigungen des Airbaggehäuses kommen kann. Infolge dessen könnte es unter ungünstigen Umständen zu Verletzungen bei den Insassen kommen.

Auch Nissan betont, dass es sich um keinen völlig neuen Rückruf handelt, sondern um eine Erweiterung der Rückrufaktion aus dem Jahr 2013. Die Nissan-Kunden werden angeschrieben. Die Nissan-Werkstatt tauscht die betroffenen Airbagmodule/Gasgeneratoren aus. Der Werkstattaufenthalt dauert laut Nissan eine Stunde.

Das Kraftfahrt-Bundesamt hilft Nissan bei der Halterermittlung. Es handelt sich jedoch nicht um einen vom KBA überwachten Rückruf.

Bis jetzt soll es keine Hinweise geben, dass durch das Problem bereits Unfälle verursacht wurden.

Toyota, Nissan, Mazda und Honda rufen Autos wegen Airbag-Problemen zurück

Wegen fehlerhafter Airbags des Zulieferers Takata mussten in der Vergangenheit bereits mehrere Millionen Fahrzeuge von unterschiedlichen Herstellern zurückgerufen werden. Auch BMW, Mazda, Honda und Ford sowie Chrysler waren betroffen.
 

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