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Balda droht Übernahme aus Asien

Balda droht eine Übernahme aus dem Ausland. Medienberichten zufolge hätten vier asiatische Großkonzerne bereits Verhandlungen mit dem Balda-Vorstand aufgenommen. Besonders interessant sei die Touchscreen-Produktion; es ist ein offenes Geheimnis, dass Balda den Bildschirm für Apples iPhone fertigt.

Der deutsche Touchscreen-Spezialist Balda ist für asiatische Investoren interessant geworden. Wie das Handelsblatt berichtet, verhandeln derzeit vier Elektronikkonzerne mit dem Vorstand von Balda über einen Einstieg. Sogar von einer kompletten Übernahme ist die Rede.

Auf Nachfrage hielt sich der Handyzulieferer bedeckt. Zwar wäre es so, dass "wir für eine Vielzahl von Unternehmen interessant sind", sagte der Vorstandsvorsitzende von Balda Joachim Gut dem Blatt. Über Gespräche oder Pläne der Wettbewerber könne er sich jedoch nicht äußern. Es gebe wenige, die "über unser Know-How verfügen", zudem wachse der Markt für Touchscreen-Applikationen sprunghaft.

Für eine mögliche Partnerschaft kämen dem Bericht zufolge die Hersteller Asutek, Quanta Computer, Foxconn und Flextronics in Frage. Balda-Insidern zufolge habe eine Partnerschaft mit Flextronics das größte Potenzial. Der Konzern produziert bereits Microsofts Xbox 360, Drucker für Hewlett-Packard und Mobiltelefone für Sony Ericsson. Durch den Zusammenschluss mit dem Großkonzern, der weltweit mehr als 116.000 Mitarbeiter beschäftigt, könnte Balda von neuen Großkunden profitieren und "müsste sich keine Gedanken mehr über fehlende Mittel machen", sagte Tobias Loskamp, Branchenanalyst der BHF-Bank.

Für eine Beteiligung oder Übernahme durch Flextronics spricht, dass der Konzern mit Sitz in Singapur, der auch Fertigungsstandorte in Paderborn und Böblingen betreibt, noch keine Multitouch-Kapazitäten vorweist. Balda wäre der perfekte Ansprechpartner - dass der deutsche Hersteller das Display für Apples iPhone fertigt, ist ein offenes Geheimnis.

Eine Finanzspritze aus dem Ausland käme für Balda zur rechten Zeit. Vor genau einem Jahr hatte der Hersteller im Zuge der Insolvenz von BenQ Mobile mitgeteilt, sich durch Werksverkäufe und Entlassungen von 1.000 Mitarbeitern trennen zu müssen. Verglichen zur Vorjahr 2005 brach der Umsatz um 20 Prozent auf 82,6 Millionen Euro ein, für das Gesamtjahr rechnete das Unternehmen mit einem Verlust in Höhe von 45 Millionen Euro ( mehr lesen... ).

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