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Universal startet Rebellion gegen iTunes

12.10.2007 | 14:18 Uhr |

Der Einfluss von Apples iTunes Music Store auf den Markt für digitale Musik ist groß - zu groß, wie die Musikindustrie mittlerweile findet. So soll nun Universal Music versuchen, andere Studios auf seine Seite zu ziehen, um ein Konkurrenz-Angebot auf die Beine zu stellen. Dabei ist gar die Rede davon, dass Anwender künftig komplett kostenlos Musik erhalten sollen.

iTunes hat den Kauf digitaler Musiktitel salonfähig gemacht, in den vergangen Jahren wurden Songs im siebenstelligen Bereich über die Apple-Plattform verkauft. Doch bereits seit einiger Zeit brodelt es hinter den Kulissen, den Musikfirmen schmeckt die Macht von Apple in diesem Bereich nicht. So würden die Studios beispielsweise gerne unterschiedliche Preise für die jeweiligen Titel - etwa nach Aktualität - verlangen, Apple lehnt dies jedoch vehement ab.

Eine Konsequenz daraus war, dass Universal Music seine Titel nun nicht mehr exklusiv über iTunes anbietet, sondern sich auch für andere Anbieter geöffnet hat. iTunes erhält Stücke von Universal nunmehr nur noch auf "freiwilliger Basis". Erst im vergangenen Monat erklärte Jean-Bernard Lévy, CEO der Universal-Mutter Vivendi, dass der Umsatz-Anteil, den Apple für jeden per iTunes verkauften Song erhält, "unanständig" sei. Lévy zufolge erhält Apple 29 Cent für jeden 99-Cent-Track.

Die Abspaltung von Universal Music, das immerhin in den USA für jeden dritten veröffentlichten Musiktitel verantwortlich zeichnet, könnte nur der Anfang einer Rebellion gewesen sein, die letztlich die Marktmacht von iTunes brechen soll. So meldet die Businessweek , Universal-Chef Doug Morris derzeit versucht, andere Major Labels auf seine Seite zu ziehen. Dabei sei bereits Sony BMG als möglicher Partner genannt worden, auch sollen Gespräche mit der Warner Music Group geführt werden. Insgesamt verfügen die drei Studios in den USA über einen Marktanteil von rund 75 Prozent.

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