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Torrent-Tracker sperren Windows-10-Nutzer beim Filesharing aus

24.08.2015 | 14:41 Uhr |

Einige Torrent-Tracker wollen Windows-10-Rechner von ihren Filesharing-Netzwerken aussperren. Weil sie fürchten, dass Microsoft die Besitzer von Raubkopien ans Messer liefern und illegale Software einfach deinstallieren könnte.

Unter den Betreibern der Torrent-Tracker geht die Angst vor Windows 10 um. Denn die Betreiber der Torrent-Tracker (dabei handelt es sich um spezielle Server, über die ein Filesharer die gewünschten Torrent-Dateien auf den entsprechenden Torrent-Rechnern findet) fürchten, dass Microsoft die Daten der Torrent-Nutzer auf den Windows-10-Rechnern auswertet und so beispielsweise Raubkopien aufspüren und kurzerhand löschen könnte.

Denn Microsoft hat in den Nutzungsbestimmungen von Windows 10 festgelegt, dass es die auf einem Windows-10-Rechner installierte Software überprüfen und gegebenenfalls automatisch aktualisieren wolle. Dabei behält sich Microsoft auch das Recht vor Software herunterzuladen, die den Zugriff auf raubkopierte Spiele blockiert. Die entsprechende Passage in den Nutzungsbedingungen von Windows 10 hatte bereits einigen Unmut erregt und Microsoft hatte versucht den Verdacht zu entkräften . Bei den Torrent-Trackern blieb dies aber erfolglos.

Einige Torrent-Tracker fürchten zudem, dass Microsoft bei dieser Durchsuchung der lokalen Inhalte von Windows-10-Rechner die dabei erfassten Daten auch mit anderen Unternehmen teilen könnte, die gezielt Raubkopien aufspüren. Mit den entsprechenden rechtlichen Konsequenzen für die Torrent-Nutzer.

Torrent-Tracker verbannen Windows-10-Rechner von den Peer-to-Peer-Netzwerken

Microsoft hat zwar weder angekündigt, dass es alle Inhalte von Windows-10-Rechnern auf seine Server hochladen und untersuchen wolle. Noch sei das angesichts der Menge von Daten vermutlich praktikabel. Doch einige Torrent-Tracker-Betreiber fürchten eben genau das. Und wollen deshalb Windows-10-Rechnern den Zugang zu ihren Netzwerken verwehren.

So schreibt der Torrent-Tracker ITS auf Reddit: „Microsoft hat sich entschieden…alles, was sie sammeln können…auch anderen zur Verfügung zu stellen. Darunter auch einem der größten Anti-Piracy-Unternehmen namens MarkMonitor. Unter anderem sendet Windows 10 den Inhalt Ihrer lokalen Laufwerke auf deren Server. … Seit letzten Donnerstag ist Windows 10 deshalb von iTS ausgesperrt”. Die Torrent-Tracker FunSharing (FSC) und BaconBits (BB) denken ebenfalls über das Aussperren von Windows-10-Rechnern nach. Das harte Vorgehen von ITS ist aber nicht unumstritten, Kritiker sprechen von Paranoia.

Windows 10 sammelt massiv Daten - so schützen Sie sich

Microsoft steht mit seiner Datensammelwut bei Windows 10 massiv in der Kritik, auch die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz hat Microsoft dafür kritisiert. Tipp: Mit der Freeware ShutUp 10 können Sie festlegen, welche Daten Windows 10 an die Microsoft-Server senden darf. Und unser Video erklärt Ihnen genau, wie Sie Windows 10 das Schnüffeln verbieten:

Video: Windows 10 - Datensammelwut stoppen
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