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Tor und PirateBrowser boomen dank Prism und NSA

29.08.2013 | 09:34 Uhr |

Prism und der Schnüffelwut diverser Geheimdienste und anderer staatlicher Organe sei Dank: Das Anonymisierungsnetzwerk Tor gewinnt seit einigen Wochen massiv Benutzer hinzu. Konkurrent macht dem Tor-Bundle zudem der noch junge PirateBrowser, der Netzsperren umgeht und sich deshalb für Nutzer aus Staaten eignet, in denen der Staat den Internetzugang zensiert.

Demnach soll sich die Benutzung des Tor-Netzwerkes seit dem 18. August verdoppelt haben. Zumindest in den USA, wo zwei Mailprovider, die eine sichere und verschlüsselte Mailkorrespondenz angeboten hatten, aufgeben mussten. Nämlich Lavabit und Silent Circle. Doch nicht nur das bewährte Tor boomt: Die File-Sharing-Plattform Pirate Bay veröffentlichte kürzlich einen eigenen Browser namens PirateBrowser, der auf Tor basiert. Der PirateBrowser dient aber im Unterschied zu Tor nicht zum anonymen Surfen, sondern umgeht Internetsperren und eignet sich damit für Internetnutzer, die Zugang zu Webseiten haben wollen, die in ihren Ländern gesperrt sind. Das originale Tor dient also zum anonymen Surfen, der PirateBrowser dagegen dazu, gesperrte Webseiten aufrufen zu können.

Das Tor-Bundle steht für Windows, Linux und MacOS zum Download bereit. Es kann parallel zu vorhandenen Browsern installiert werden und nutzt einen angepassten Firefox als Browser. Sie können also alle Webseiten, bei denen Sie keine Anonymisierung benötigen, mit Ihrem klassischen Browser öffnen und dann bei Bedarf das Tor-Bundle separat starten, wenn Sie eine Seite öffnen möchten, bei der Sie anonym bleiben wollen. Diese Unterscheidung macht durchaus Sinn, denn Tor reduziert spürbar die Surfgeschwindigkeit.

Der PirateBrowser verwendet anders als Tor nicht das "HTTPS Everywhere"-Plugin zur Verschlüsselung. Der PirateBrowser öffnet zudem nur solche Webseiten via Tor, die für den Benutzer gesperrt sind. Der gesamte übrige Traffic läuft über den Standardbrowser des Benutzers.

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