146772

Topware pleite

02.02.2001 | 17:10 Uhr |

Das seit Jahren in Gerichtsverfahren verwickelte Mannheimer Softwareunternehmen Topware AG ist am Ende. Das Unternehmen teilte am Freitag mit, dass es einen Insolvenzantrag gestellt habe. Grund sei unter anderem die Niederlage in den Prozessen mit der Telekom um die früher von Topware hergestellten Telefonbuch-CD "D-Info". Außerdem habe ein früherer "Berater" Schaden verursacht. Die umfassenden Sanierungsbemühungen hätten nicht den erhofften Erfolg gebracht.

Das seit Jahren in Gerichtsverfahren verwickelte Mannheimer Softwareunternehmen Topware AG ist am Ende. Das Unternehmen teilte am Freitag mit, dass es einen Insolvenzantrag gestellt habe.

Grund sei unter anderem die Niederlage in den Prozessen mit der Telekom um die früher von Topware hergestellten Telefonbuch-CD. Außerdem habe ein früherer "Berater" Schaden verursacht. Die umfassenden Sanierungsbemühungen hätten nicht den erhofften Erfolg gebracht.

Topware hatte in den neunziger Jahren die Telefonbücher der Telekom ohne deren Einwilligung kopiert und als "D-Info"-CD-Rom verkauft. Damit machte das Unternehmen Millionengewinne, handelte sich aber Klagen der Telekom-Tochter DeTeMedien ein.

Im Herbst 1999 hatte das Mannheimer Landgericht der DeTeMedien Recht gegeben, aber noch nicht über die Entschädigungssumme entschieden. DeTeMedien fordert insgesamt mehr als zehn Millionen DM von Topware.

Bei dem "Berater" handelt es sich um den im Gefängnis sitzenden Klaus Steiner, früher Topware-Treuhänder in Österreich. Steiner hatte Vorstandschef Dirk Hassinger und zwei weitere Topware-Manager um fast drei Millionen DM geprellt.

Deswegen war er vor einem Jahr vom Mannheimer Landgericht zu vier Jahren und elf Monaten Haft verurteilt worden. Die Mannheimer Staatsanwaltschaft leitete auch gegen Hassinger ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung ein.

Auf den Webseiten von Topware findet sich schon die erste offizielle Erklärung zur überraschenden Hiobsbotschaft. Topware nennt als Grund für den Insolvenzantrag "den Schaden, der ihr durch untreue Handlungen eines externen Beraters in der Vergangenheit zugefügt wurde". Der Name des Beraters wird in der offiziellen Verlautbarungen nicht genannt.

Weiter heißt es in der Erklärung: "Ein weiterer Grund sei das unerwartete Unterliegen in den D-Info-Verfahren und die darauf folgenden Schadensersatzforderungen der Telekom-Tochter DeTeMedien."

Die umfassenden Sanierungsbemühungen hätten nicht den erhofften Erfolg gebracht. Deshalb sah das Unternehmen keine andere Möglichkeit, "als seiner gesetzlichen Verpflichtung zur Stellung des Insolvenzantrages unverzüglich nachzukommen." Vor allem wolle man der Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern so weit wie möglich gerecht werden und insbesondere die aktuellen Gehaltsleistungen leisten.

Topware ist bei den PC-Besitzern wegen seiner günstigen Software beliebt. Bei Spielern erfreute sich Topware zunehmender Beliebtheit, nach dem Toptitel wie "Earth 2150" und "Moon Project" erschienen waren. Zahlreiche neue Titel sind für 2001 angekündigt. (PC-WELT, 02.02.2001, dpa/ pk)

0 Kommentare zu diesem Artikel
146772