72676

Windows XP nach dem 30.6. bekommen

11.06.2008 | 15:21 Uhr |

Auch wenn Microsoft Windows XP nach dem 30. Juni vom Markt nehmen und grundsätzlich nicht mehr an PC-Händler ausliefern will, so gibt es auch nach diesem Termin durchaus noch verschiedene Möglichkeiten, um legal an neue Lizenzen für das begehrte und bewährte Betriebssystem zu gelangen. Die PC-WELT erklärt, wie das geht.

Eine Möglichkeit: Sie kaufen einen fertig konfigurierten Rechner, der mit Windows XP ausgeliefert wird. Denn einige PC-Hersteller haben klipp und klar gesagt, dass sie auch weiterhin Windows-XP-Maschinen verkaufen werden, teilweise bis Januar 2009 und vielleicht sogar noch länger (was sicherlich von der Nachfrage abhängen dürfte). Beispiele hierfür sind Dell und Hewlett-Packard. Nun will Microsoft zwar nach dem 30. Juni 2008 keine XP-Lizenzen mehr an PC-Hersteller ausliefern. Doch bis zu diesem Stichtag können sich die PC-Produzenten und -Händler noch reichlich mit XP-Lizenzen eindecken, die natürlich auch nach dem 30.6. zusammen mit Rechnern verkauft werden dürfen. Konkret heißt das: HP, Dell und Konsorten können nach dem von Microsoft verkündeten "Todestag" von Windows XP trotzdem noch so lange XP-Rechner verkaufen, wie sie Lizenzen besitzen.

Eine weitere Möglichkeit: Sie kaufen eines dieser neuen Mini-Notebooks/-PCs, die grob gesagt der EEE-PC -Klasse zuzurechnen sind. Denn auf diesen Hardware-seitig knapp dimensionierten Rechnern läuft Vista einfach nicht mit ausreichender Geschwindigkeit beziehungsweise läuft überhaupt nicht. Ergo hat Microsoft zähneknirschend zugestimmt, für diese spezielle Notebook-Klasse weiterhin OEM-Lizenzen von Windows XP an die Hersteller auszuliefern. Ursprünglich hatten die Redmonder das keineswegs geplant, doch der plötzlich um den EEE-PC entfachte Hype und die damit quasi aus dem Nichts entstandene neue Notebook-Klasse zwang Microsoft zum Nachgeben. Denn die Alternative für Microsoft wäre bitter gewesen (und ist auch so noch bitter genug): Ohne XP bliebe nur Linux als Betriebssystem für die Mini-Notebooks übrig, Microsoft hätte also einen boomenden Markt kampflos dem Open-Source-Erzrivalen überlassen. Das konnte und durfte nicht sein, also ruderte Steve Ballmer zurück und gab das weniger Ressourcen-hungrige Windows XP für die Mini-Notebooks frei und zwar bis 2010!

Eine besonders kuriose Möglichkeit, um an Windows XP zu gelangen: Sie kaufen Windows Vista. Und machen dann ein Downgrade auf XP . Anwender erhalten nach Aussage von Microsoft-Chef Steve Ballmer beim Kauf von Windows Vista auch eine Lizenz für das Vorgänger-Betriebssystem und sind dazu berechtigt, statt Windows Vista Windows XP zu installieren. Einige Hersteller wie Dell und HP bieten sogar an, den Downgrade vor der Übergabe des PCs an den Kunden durchzuführen, der Kunde kauft also einen Vista-PC und erhält einen sofort einsatzbereiten XP-Rechner. Solchen Rechnern liegen dann Treiber-CDs für XP und Vista bei. Wer sich später dann doch für Vista entscheidet, soll anhand der mitgelieferten DVDs problemlos wieder zurück auf Vista updaten können. Allerdings muss ein solcher PC ausdrücklich vom OEM-Hersteller für das Downgrade vorbereitet sein, diese Option gilt also keineswegs für alle verkauften Vista-PCs.

Ganz wichtig: Microsoft leistet auch noch viele Jahre weiterhin Support für Windows XP, sprich: Es werden ständig neue Sicherheits-Updates und Fehlerkorrekturen erscheinen, mindestens bis zum Jahr 2014. Somit bleibt XP auch nach der offiziellen Verkaufseinstellung noch aktuell und für nahezu jeden Einsatzzweck geeignet.

0 Kommentare zu diesem Artikel
72676