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Tim Cook: Apple will keine Daten verkaufen

03.06.2015 | 13:43 Uhr |

Apple will nicht wie andere Unternehmen die Daten seiner Kunden zu Geld machen. Dies hat CEO Tim Cook dem Electronic Privacy Information Center erneut versprochen.

Im September 2014 hatte Apple bereits seine Datenschutzbestimmungen verschärft und darin bekräftigt, keine Kunden-Profile auf der Basis von deren Mail-Inhalten oder Surf-Gewohnheiten erstellen zu wollen, die man an Werbetreibende verkaufen könnte. Auf einem vom Electronic Privacy Information Center (EPIC) ausgerichteten Dinner in Washington D.C. erneuerte Tim Cook gestern dieses Versprechen - per Video-Schaltung aus Cupertino. Zugleich verschärfte Cook seinen Ton gegenüber den Datensammlern des Internets. Die "Erosion des Datenschutzes" sei eine Bedrohung für das alltägliche Leben. Andere Firmen aus dem Silicon Valley - Cook nannte keine Namen - würden ihren Kunden "einlullen", damit sie zu sorglos mit ihren persönlichen Daten umgingen. So könnten sie alles über ihre Kunden in Erfahrung bringen und zu Geld machen. Tim Cook hält diese Vorgehensweise für falsch, Apple würde niemals auf diese Weise sein Geld verdienen wollen.

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Einen Seitenhieb auf den neuen Foto-Service von Google konnte sich Cook auch nicht verkneifen: "Sie mögen vielleicht diese sogenannten kostenlosen Dienste, aber wir denken nicht, dass sie das Data-Mining in ihren Mails, ihrem Browserverlauf und jetzt sogar in ihren Familienfotos wert sind." Diese Daten würden für "Gott weiß was für Werbezwecke" verkauft. Google hatte erst vergangene Woche einen neuen Foto-Dienst vorgestellt , der Apples iCloud-Mediathek unter Druck setzen könnte. Denn (mit Einschränkungen für die Größe einzelner Dateien) ist der Speicherplatz bei Google Fotos unbegrenzt kostenlos, während Apple nur 5 GB frei anbietet und etwa für 200 GB vier Euro Monatsgebühr verlangt. Google hat bei der Vorstellung des Services versprochen, die Fotos der Anwender nicht für Werbezwecke zu nutzen, Cook unterstellt Google zwischen den Zeilen zumindest einen Hintergedanken.

Tim Cook lehnte in seiner Ansprache zudem erneut die von US-Behörden geforderte Hintertür in Cloud-Diensten und Betriebssystemen ab. "Wenn man für die Polizei einen Schlüssel unter die Fußmatte legt, können den auch Diebe nutzen," zog Cook eine Analogie heran.

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