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Thomas Urmann verliert Zulassung

30.12.2014 | 11:49 Uhr |

Thomas Urmann, der berüchtigte Abmahnanwalt (Redtube-Abmahnungen), darf nicht mehr als Rechtsanwalt arbeiten. Und seine Rechtsanwaltskanzlei wurde gelöscht.

Thomas Urmann hat laut Medienberichten seine Zulassung als Rechtsanwalt verloren. Seine Kanzlei Urmann & Collegen soll zudem gelöscht worden sein, wie Tobias Röttger, ein Rechtsanwalt, der Mandanten gegen Urmann verteidigte, in seinem Blog schreibt: „Heute erreichte uns eine kurze Stellungnahme der Kammer Nürnberg. Da der Ex-Kollege Thomas Urmann nicht mehr zur Rechtsanwaltschaft zugelassen und auch die Urmann & Collegen Rechtsanwaltsgesellschaft mbH gelöscht worden ist, hat sich das berufsrechtliche Verfahren damit erledigt.“.

Damit erreicht die Karriere des berühmt-berüchtigten Abmahn-Rechtsanwalts aus Regensburg ihren bisherigen Tiefpunkt.

Aus welchen Gründen die für Urmann zuständige Rechtsanwaltskammer Nürnberg die Zulassung entzogen hat, ist derzeit nicht bekannt. Mögliche Gründe gibt es aber reichlich. Denn Urmann wurde unter anderem rechtskräftig wegen Insolvenzverschleppung und Sozialkassenbetrugs verurteilt.
 
Thomas Urmann: Redtube-Abmahnungen, Insolvenzverschleppung und Betrug
 
Urmann eilt schon seit einiger Zeit von Niederlage zu Niederlage. Erst scheiterte Urmann mit seinen Redtube-Abmahnungen. Dann verurteilte ihn das Amtsgericht Augsburg im August 2014 wegen Betrugs und Insolvenzverschleppung. Und erst Anfang Dezember 2014 hat das Landgericht Regensburg die Berufung von Urmann gegen ein Urteil in einem weiteren Abmahnprozess zurückgewiesen, wie die Mittelbayerische Zeitung in ihrer Online-Ausgabe meldete. Urmann war zu dem damaligen Gerichtstermin nicht erschienen – wie zuvor schon bei seinem Gerichtstermin in Augsburg.

Überblick über das Treiben der Kanzlei Urmann + Kollegen in den letzten Jahren

In diesem Abmahn-Prozess ging es aber nicht um die hinlänglich bekannten Redtube-Nutzer-Abmahnungen. Sondern um ein ganz anderes Abmahnverfahren: Thomas Urmanns Kanzlei U+ C hatte massenhaft Abmahnungen an Betreiber von Online-Shops geschickt. Weil diese angeblich ein fehlerhaftes Impressum hätten und Fehler in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen aufweisen würden. Gegen diese Abmahnungen klagte eine Betroffene und bekam vor dem Regensburger Amtsgericht Recht. Das Gericht stufte
Urmanns Vorgehen als sittenwidrig ein.
 

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