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Thema Sicherheit: Was kommt 2007 auf uns zu?

15.12.2006 | 14:07 Uhr |

Die Prognose eines Sicherheitsunternehmens für 2007 sieht weiter zunehmende Gefahren im Umfeld von Web 2.0. Die Online-Kriminalität dürfte sich im nächsten Jahr noch besser organisieren als bisher.

Das Jahr 2006 nähert sich seinem Ende und so ist es mal wieder Zeit für Rückblicke und Prognosen. Das kalifornische Sicherheitsunternehmen Websense zieht eine Bilanz seiner Vorhersagen für das zurück liegende Jahr und gibt neue für 2007 ab.

Im Weblog der Websense Security Labs stellen die Sicherheitsfachleute des Unternehmens fest, dass sich einige ihrer Prognosen für 2006 bestätigt haben, andere hingegen nicht. So sind Trojanische Pferde in ihrer Bedeutung und Anzahl längst an den Würmer vorbei gezogen, XSS-Angriffe (Cross-Site Scripting) haben zugenommen und etliche Web-basierte Würmer waren zu beobachten. Die Warnungen vor Angriffen auf und über RSS-Feeds waren hingegen verfrüht. Phishing per VoIP ("Vishing") gab es zwar, es war jedoch nicht der große Trend in diesem Jahr.

Für 2007 sehen die Websense-Fachleute eine weitere Zunahme von Angriffen in Zusammenhang mit dem so genannten Web 2.0 vorher. Websites, die Benutzern die Möglichkeit bieten, nicht nur Texte und Bilder sondern auch aktive Inhalte beizusteuern, sind schon jetzt sehr populär. Auch im nächsten Jahr dürften sie der Verbreitung von Malware aller Art dienen. Soziale Netzwerke, auch die für Geschäftsleute, bieten auch eine Plattform für Identitätsdiebstahl und Betrug.

Die Online-Kriminalität wird sich voraussichtlich noch besser organisieren und zu einem florierenden Wirtschaftszweig entwickeln. Es wird sich ein regelrechter Markt für Angriffe auf neu entdeckte Sicherheitslücken ("Zero-Day-Attacks") bilden.

Die zunehmende Popularität von Anti-Phishing-Toolbars könnte diese zu einer Zielscheibe neuer Angriffe machen. Diese würden versuchen solche Schutzmechnismen zu umgehen oder auszuschalten.

Auch bei den Botnets wird die Entwicklung voran gehen. Mehr Botnets als bisher werden über andere Protokolle als IRC oder HTTP kontrolliert werden, die Verschlüsselung der ausspionierten Informationen und des steuernden Datenverkehrs wird Ermittlern die Arbeit erschweren.

Welche dieser Vorhersagen der Websense-Forscher sich bewahrheiten, werden wir spätestens in einem Jahr wissen, wenn wieder Bilanz gezogen wird. In der Zwischenzeit sollten sich Internet-Nutzer nicht allein auf technische Schutzlösungen verlassen. Der gesunde Menschenverstand sollte im Internet ein ständiger Begleiter sein.

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