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Thema Sicherheit - Jahresrückblick 2006

07.12.2006 | 16:19 Uhr |

Welche Sicherheits-relevanten Themen waren 2006 von Bedeutung? Welche haben für Gesprächsstoff gesorgt? Wir sind diesen Fragen nachgegangen.

Schädlinge, die das Internet komplett lahm legten, waren dieses Jahr Mangelware, richtig sicher konnten sich PC-Nutzer deswegen aber nicht fühlen. Mit ein Grund dafür dürfte sein, dass Internet-Kriminelle hinterhältiger und professioneller geworden sind - eine geradezu neu entstandene Gattung von Betrügern, finanziell motiviert, hat sich im Internet erhoben. Auch viele andere Parteien waren äußerst aktiv dieses Jahr: Microsoft hat mehr Bugs als sonst gepatcht, und ganze Klassen neuer Bugs (etwa auf Kernel-Ebene) wurden entdeckt. Und die Warnungen von Experten zum Thema Sicherheit fanden soviel Gehör wie selten in den Jahren zuvor. Und ein alter Bekannter - Spam - hat wieder von sich Reden gemacht.

Wir haben Sicherheits-relevante Themen für Sie rausgesucht, die im Jahr 2006 für Probleme und auch reichlich Gesprächsstoff gesorgt haben.

Computerbetrügereien, die einzig auf finanziellen Gewinn abzielten, hatten/haben Hochkonjunktur. Dreh- und Angelpunkt ist Phishing. Alles konzentriert sich darauf, eine ganze Latte persönlicher Informationen abzugreifen, gleich ob Log-in-Daten oder Kreditkarten-Nummern. Die Daten werden dann zum Teil an andere für deren Machenschaften verkauft.

Von welchem Ausmaßen man dabei ausgehen muss, verraten Zahlen des US-Justizministeriums. So wurden etwa im Mai laut Ministerium 20.000 Phishing-Beschwerden registriert. 34 Prozent mehr als im Vorjahr. Weiteres Zahlenmaterial lieferte die Anti-Phishing Working Group : Rund 154 Markenauftritte wurden etwa im Juli nachgeahmt, um Anwender dazu zu verleiten, sensible Daten herauszurücken.

Ein Lichtblick bei der Thematik: Die Strafverfolgungsbehörden organisieren sich immer besser und kooperieren effektiver miteinander, insbesondere bei Untersuchungen auf internationaler Ebene. Mindestens 45 Länder sind in dem G8 24/7 High Tech Crime Network - die Länder verpflichten sich, eine Kontaktstelle rund um die Uhr in Bereitschaft zu haben. Um eben schnell Beweismittel für Untersuchungen zu sichern.

Und auch die Wirtschaft ist nicht untätig: Microsoft hat in diesem Jahr zahlreiche Klagen angestrengt und Informationen an Behörden in Europa, dem Mittleren Osten und in den USA herausgegeben, um Phishern das Wasser abzudrehen. Erst vor rund zwei Wochen reichte das Unternehmen in der Türkei 50 Anzeigen ein, 28 wurden in Deutschland und 11 in Frankreich gestellt.

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