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The Interview: Sony verschiebt Kino-Start wegen Hacker-Attacke

18.12.2014 | 09:24 Uhr |

Sony Pictures kapituliert vor den Hackern: Der Film „The Interview“ wird doch nicht am 25. Dezember in den US-Kinos starten. Damit haben die Hacker mit ihrem Riesen-Datendiebstahl ihr Ziel erreicht. Ein bisher beispielloser Vorgang.

Ursprünglich sollte die Komödie „The Interview“ am 25. Dezember in den US-Kinos anlaufen. In der Komödie, die nach der ursprünglichen Planung ab Februar 2015 auch in deutschen Kinos laufen soll, spielen die beiden Schauspieler Seth Rogen und James Franco zwei Journalisten, die vom US-Geheimdienst CIA beauftragt werden, den nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un zu ermorden.
 
Die Hacker-Gruppe GOP, der im November ein Einbruch in das Sony-Netzwerk gelang und die dabei Unmengen von vertraulichen Daten erbeutete, forderte, dass Sony den Film nicht in die Kinos bringt. Weil der Film „den Frieden in der Region zerstören und zu einem Krieg führen könnte.“ Und dieses Ziel hat GOP („Guardians of Peace“, Wächter des Friedens) jetzt offensichtlich erreicht. Denn Sony kapituliert nach einer Reihe von Demütigungen wie beispielsweise der Veröffentlichung von vertraulichen Mails und der Enthüllung von Decknamen für Prominente.

Die beiden US-Journalisten, die Kim Jong Un töten sollen.
Vergrößern Die beiden US-Journalisten, die Kim Jong Un töten sollen.
© http://www.theverge.com/2014/12/17/7411155/us-biggest-movie-theaters-wont-show-the-interview

 
Denn Sony hat jetzt mitgeteilt, dass der Film nicht am 25.12. in den US-Kinos starten würde. Allerdings scheint die Entscheidung gegen den Filmstart nicht ursächlich bei Sony zu liegen. Sondern es waren offensichtlich die Betreiber der großen amerikanischen Kino-Ketten, die sich mehrheitlich gegen den Filmstart entschieden haben. Unter anderem haben Regal Entertainment Group, AMC Entertainment Holdings, Carmike Cinemas und Southern Theatres erklärt, dass sie den Film nicht ins Programm nehmen würden. Und Sony zieht jetzt nur nach.
 
GOP hatte nämlich auch den Kino-Betreibern mit ernsten Konsequenzen gedroht für den Fall, dass sie „The Interview“ zeigen würden.
 
Sony sieht sich als Opfer eines bisher unvergleichlichen Verbrechens, das alle Sony-Mitarbeiter, Sony-Kunden und das gesamte Geschäft von Sony betreffen würde. Geistiges Eigentum, private Mails und vertrauliches Material seien gestohlen worden, erklärte Sony. Und das alles nur um den Start eines Filmes zu verhindern, der den Angreifern nicht gefällt.
 
US-Geheimdienste gehen davon aus, dass das nordkoreanische Regime um King Jong Un hinter der Hacker-Attacke stehen würde.
 
Ob der Film zu einem späteren Zeitpunkt starten könnte, steht noch nicht fest. Ebenso fehlen alle Informationen zum Start des Films in Deutschland.
 

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