Blog-Experiment

The Dish sagt werbefinanziertem Online-Journalismus den Kampf an

Freitag, 04.01.2013 | 05:33 von Denise Bergert
© www.tinypass.com/andrewsullivan/
Mit seinem neuen Blog-Modell ohne Werbung und freiwillige Abo-Gebühren für Leser trifft Politik-Journalist Andrew Sullivan ins Schwarze und nimmt innerhalb des ersten Tages mehr als 100.000 US-Dollar ein.
In der ersten Woche nach Silvester fassen sich Menschen auf der ganzen Welt gute Vorsätze für das neue Jahr. Der US-amerikanische Politik-Journalist Andrew Sullivan hat sich ein neues Blog-Modell einfallen lassen, mit dem er dem werbefinanzierten Online-Journalismus den Kampf ansagt – mit Erfolg.

Laut Sullivan, der bislang für The Daily Beast tätig war, gerate der Online-Journalismus immer mehr in eine Sackgasse. Wie bei anderen Unternehmen gehe es auch in diesem Bereich um Einnahmen in Form von Werbeanzeigen, die den Redakteuren den Lebensunterhalt sichern. Um diese zu bekommen, greifen die Verlage laut Sullivan jedoch zu immer umstritteneren Mitteln. Auf diese Weise kämen völlig unseriöse Klick-Gallerien mit halbnackten Stars oder auch unfundierte Artikel für Suchmaschinen zustande, die mit dem eigentlichen Berufsstand des Journalisten nicht mehr viel gemein hätten.

Sullivan sagt diesem Trend mit seinem Blog-Projekt The Dish den Kampf an. Das Konzept: Die Seite soll komplett ohne Werbung auskommen und sich über Abo-Gebühren finanzieren. Über diese können die The-Dish-Leser in einem gewissen Rahmen sogar selbst bestimmen. Mindestens gezahlt werden müssen 19,99 US-Dollar im Jahr. Wem die unabhängige Berichterstattung mehr wert ist, der kann auf freiwilliger Basis auch mehr zahlen.

Wie Sullivan heute bestätigt, findet das neue Konzept großen Anklang. Bereits sechs Stunden nach dem Launch konnte der Journalist einen sechsstelligen Betrag verbuchen. Die The-Dish-Abonnenten hatten also mindesten 100.000 US-Dollar für die neue Form der Berichterstattung gezahlt. Es bleibt abzuwarten, ob sich The Dish auch auf lange Sicht etablieren kann. Für neue Leser-Anreize will Sullivan in den nächsten Monaten mit weiteren Features sorgen.

Freitag, 04.01.2013 | 05:33 von Denise Bergert
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