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Test in Finnland: Verkehrsüberwachung per Handy

26.03.2003 | 17:06 Uhr |

Der finnische Mobilfunkanbieter " Radiolinja Oy" hat eine Technologie entwickelt, die es erlaubt, Verkehrsüberwachungen durchzuführen, indem Handys in den Fahrzeugen geortet und verfolgt werden. Der Besitzer des Telefons soll dabei - im Gegensatz zur Überwachung per Videokamera - vollkommen anonym bleiben.

Der finnische Mobilfunkanbieter " Radiolinja Oy" hat eine Technologie entwickelt, die es erlaubt, Verkehrsüberwachungen durchzuführen, indem Handys in den Fahrzeugen geortet und verfolgt werden.

Das Software-System, das für den Einsatz in GSM-Netzwerken entwickelt wurde, vergibt an jedes Handy, dass zum Beispiel in einen bestimmten Autobahnabschnitt eintritt, eine ID. Dann wird die Zeit gemessen, die das Handy (beziehungsweise das Auto mit dem darin liegenden Gerät) benötigt, um von einem Kontrollpunkt zum nächsten zu gelangen. Hieraus lassen sich wiederum Rückschlüsse auf die Verkehrsdichte ziehen.

Die so gewonnenen Informationen können dann direkt an Fernsehanstalten, Radiosender oder andere Unternehmen (für deren Verkehrsberichterstattung oder Stauwarnungen) weitergegeben werden. Im Gegensatz zu bereits verfügbaren Systemen, die auf Videokameras setzen, bietet die neue Technik nach Angaben von Hannu Turunen, Verantwortlicher für Telematik-Systeme bei " Radiolinja Oy", einen entscheidenden Vorteil: Die Besitzer der Handys bleiben anonym. Das System geht damit konform mit der Gesetzgebung der EU bezüglich des privaten Datenschutzes. Bei konventioneller Überwachung per Kamera werden zumindest die Nummernschilder der Autos aufgezeichnet. Zudem ist eine Video-Überwachung bei schlechtem Wetter oft nur noch eingeschränkt möglich.

Das System lässt sich jedoch nicht nur in der Verkehrsüberwachung einsetzen. Auch andere Anwendungsgebiete sind für Turunen vorstellbar: "Ich könnte mir durchaus den Einsatz unserer Software in Gebieten vorstellen, in denen Menschenmengen gezählt werden sollen, wie zum Beispiel Rockkonzerten, aber auch zur Zählung von Fahrzeugen, die an Werbeschildern an der Autobahn vorüber fahren." Im Gegensatz zu Kameras sei die Software einfacher zu implementieren und präziser, so Turunen.

Ein Pilottest in Zusammenarbeit mit dem finnischen Verkehrs- und Kommunikationsministerium und dem staatlichen technischen Forschungscenter VTT wurde kürzlich abgeschlossen. Das Unternehmen überwachte den Verkehr an zwei stark befahrenen Autobahnen um Helsinki.

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