02.08.2000, 17:20

Michael Schmelzle

Pentium III 1,13 GHz

Das Vorserienmodell des Pentium III 1130 schlug sich im PC-WELT-Testcenter wacker, kann mit dem bisherigen Spitzenreiter Thunderbird 1000 aber nur gleichziehen. Trotz 133 MHz mehr schafft der Pentium III 1133 nur das Niveau des Konkurrenzprodukts von AMD.
Das Vorserienmodell des Pentium III 1130 schlug sich im PC-WELT-Testcenter wacker, kann mit dem bisherigen Spitzenreiter Thunderbird 1000 aber nur gleichziehen. Trotz 133 MHz mehr schafft der Pentium III 1133 nur das Niveau des Konkurrenzprodukts von AMD.
Der Sprinter basiert auf einer neuen Prozessor-Revision, bei dem der Mikrocode etwas modifiziert wurde. Die Folge: Selbst aktuelle Pentium-III-Hauptplatinen benötigen ein Bios-Update, damit der Sprinter läuft. Außerdem verlangt der Pentium III 1130 eine höhere Kernspannung (1,75 Volt), saugt mehr Strom (23 Ampere) und gibt mehr Wärme (Leistungsaufnahme: 35,5 Watt) ab als sein 1-GHz-Pendant.
Ein weiterer Nachteil: Beim Computerhändler um die Ecke dürfte der Flitzer frühestens ab November in den Regalen liegen - bis auf weiteres liefert ihn Intel nur in begrenzten Stückzahlen an besonders treue PC-Hersteller wie Dell. Die Karten werden am 28. August neu gemischt. Dann stellt AMD den Thunderbird 1100 vor.
PC-Hersteller Dell, der bisher immer als erster PCs mit brandneuen Intel-CPUs angeboten hatte, zeigt sich zurückhaltend. Den Pentium III 1130 will Dell nicht mehr im Desktop-Bereich einsetzen. Lapidare Begründungen: zu schlechtes Preis-Leistungs-Verhältnis, zu geringe Stückzahlen.
Nach einer Blitzumfrage der PC-WELT bei wichtigen PC-Herstellern springt Gateway für Dell in die Bresche: Erste 1,13-GHz-PCs soll es ab Ende September geben. Hewlett-Packard will ab November Workstations mit dem Intel-Flaggschiff anbieten. Compaq sowie Fujitsu-Siemens konnten noch keinen Launch-Termin nennen, wollen aber auf den 1,13-GHz-Zug aufspringen. IBM dagegen sieht für PCs mit dieser CPU kein Marktpotential.
Bei Abnahme von 1000 Stück kostet der Pentium III 1130 offiziell genauso viel wie sein 1-GHz-Kollege: 990 Dollar. Hinter vorgehaltener Hand sprechen die PC-Hersteller allerdings von einem 15-prozentigen Preisunterschied. (PC-WELT, 02.08.2000, ms)
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