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Cabir-Wurm im Auto

10.05.2005 | 15:12 Uhr |

Kann ein Bluetooth-Wurm auch Autos befallen? F-Secure testet Toyotas Bordcomputer auf Bluetooth-Schwachstellen.

Bereits seit einiger Zeit geistern Gerüchte durch das Internet, ein Bluetooth-Wurm wie Cabir könnte nicht nur Handys sondern auch entsprechend ausgestattete Systeme in Autos befallen. In diesem Zusammenhang wurde meist Toyotas Luxusmarke Lexus genannt, was Toyota ("Nichts ist unmöglich") jedoch dementierte. Der Antivirus-Hersteller F-Secure hat nun untersucht, was möglich ist.

Als Testobjekt diente ein Toyota Prius, dessen Bordcomputer mit dem gleichen Bluetooth-System ausgestattet ist wie die Lexus-Fahrzeuge. Das System basiert nach Angaben von Toyota nicht auf dem Betriebssystem von Symbian. Mittels Bluetooth kann zum Beispiel das Telefonverzeichnis eines Handys in das im Fahrzeug integrierte Funktelefon übertragen werden.

Das Fahrzeug wurde zum Test in eine 42 Meter unter dem Meeresspiegel befindliche Tiefgarage in Finnland gebracht. Zunächst wurde untersucht, ob ein mit dem Cabir-Wurm infiziertes Mobiltelefon, das dem Bordcomputer unbekannt war, den Wurm an das System im Auto übertragen könnte. Anschließend wurde der Test mit einem Handy wiederholt, das bereits zuvor Kontakt mit dem Bordcomputer hatte. Das sollte die Situation simulieren, dass das Mobiltelefon des Autobesitzers infiziert wäre.

In beiden Prüfsituationen ergab sich, dass der Bordcomputer des Prius überhaupt nicht auf die Kontaktversuche durch den Wurm via Bluetooth reagierte. Dann übertrugen die Tester den Cabir-Wurm mit einem Transferprogramm direkt in das Bordsystem. Dies begann zwar zunächst Erfolg versprechend, führte dann jedoch zu einer Fehlermeldung mit Abbruch der Übertragung. Das System verweigerte die Annahme aller Dateien, die kein gültiges Telefonbuch darstellten.

Auch weitere bekannte Bluetooth-Angriffe blieben erfolglos. Erst als die Tester die Autobatterie nahezu geleert hatten, kam es zu Abstürzen. Diese Effekte waren jedoch auf die abgesunkene Spannung der Bordelektrik zurückzuführen und verschwanden nach Aufladen der Akkus wieder. Insgesamt schlug sich der Prius weit besser als die verwendeten Handys, die mehrfach ihren Dienst versagten. Damit dürfte zumindest für Toyota und Lexus geklärt sein, dass sie durch heutige Bluetooth-Würmer nicht gefährdet sind.

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