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Tesla verklagt deutschen Lieferanten wegen Flügeltüren

21.01.2016 | 13:43 Uhr |

Ein deutsches Unternehmen sollte die spektakulären Flügeltüren für den Tesla Model X liefern. Doch die Türen aus Deutschland versagten. Tesla verklagt nun den oberbayerischen Lieferanten.

Das neueste Auto von Tesla heißt Model X. Eine sofort ins Auge stechende Besonderheit dieses Elektro-SUVs (Basispreis: 81.000 Dollar, das sind derzeit knapp über 74.000 Euro, neue Bestellungen werden in Deutschland voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2016 ausgeliefert) sind dessen nach oben aufschwingende Falcon-Wing-Flügeltüren (für die zweite und dritte Sitzreihe), die ein klein wenig an den legendären Mercedes-Benz 300SL oder an den DeLorean aus „Zurück in die Zukunft“ erinnern.

Ausgerechnet die spektakulären Flügeltüren machen aber Probleme und führten dazu, dass Tesla vom Verkaufsstart im September bis Ende 2015 viel weniger Exemplare des Model X als geplant verkaufen konnte. Deshalb verklagt Tesla nun den Lieferanten – der aus Oberbayern kommt.

Das oberbayerische Unternehmen Hörbiger Automotive Comfort System sollte ursprünglich die Flügeltüren für das Elektro-SUV liefern. Hörbiger ist ein Unternehmen für Hydraulik-Technik. Doch laut Tesla sollen es die Oberbayern von Februar 2014 bis Mai 2015 nicht geschafft haben, Flügeltüren zu liefern, die den Erwartungen von Tesla entsprochen hätten.

Die von Hörbiger gelieferten Prototypen hätten alle Fehler aufgewiesen: Sie klappten einfach zu oder verloren Hydrauliköl oder erhitzen sich und funktionierten deshalb nicht mehr. Tesla beendete im Mai 2015 die Zusammenarbeit mit Hörbiger und suchte sich einen neuen Lieferanten, was dazu führte, dass Tesla mehrmals die Vorstellung des Model X verschieben musste. Zudem kam es nach dessen Marktstart noch zu Verzögerungen bei der Auslieferung. Tesla hat nach dem Lieferantenwechsel den Antrieb der Falcon Wings von Hydraulik auf Elektrik umgestellt.

Tesla wirft laut dem Wall Street Journal Hörbinger vor, seine Fähigkeit Flügeltüren für das Model X zu liefern falsch dargestellt zu haben. Hörbinger pocht aber auf Vertragserfüllung und verlangt weitere Zahlungen von Tesla, das bis zum Abbruch der Zusammenarbeit drei Millionen Dollar an die Oberbayern bezahlt haben soll. Gegen diese Forderungen wehrt sich Tesla nun vor  dem U.S. District Court of Northern California. Außerdem fordert Tesla seinerseits Entschädigung von Hörbinger.

Mittlerweile läuft die Produktion des Tesla Model X aber auf Hochtouren. Jetzt rollen laut Tesla 238 Model X pro Woche vom Band.

Wie das Wall Street Journal ebenfalls in Erfahrung gebracht haben will, trug aber auch die Konstruktion der zweiten Sitzreihe zur Verzögerung beim Model X bei. Sie sei extrem aufwändig.
 











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