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Tesla: Supercharger nicht gratis für Model-3-Fahrer

01.06.2016 | 15:02 Uhr |

Wohl ab 2018 liefert Tesla das Model 3 aus – das bisher günstigste Tesla-Modell. Doch das Model 3 wird man an den beliebten Superchargern nicht kostenlos aufladen können.

Elon Musk hat beim neuen Model 3, für das innerhalb kurzer Zeit über 400.000 Vorbestellungen eingegangen sind, etwas auf die Euphorie-Bremse getreten. Auf der alljährlichen Aktionärsversammlung im kalifornischen Mountain View fragte ihn der Besitzer eines Model S P85D danach, wie Tesla den Zugang des preiswerteren Model 3, das Tesla vermutlich erst ab 2018 an die Vorbesteller ausliefern dürfte, zu den Superchargern regeln will. Der Model-S-Besitzer befürchtet vermutlich, dass die viele Model-3-Fahrzeuge die freien Steckdosen an den Superchargern, an denen Tesla-Model-S- und Model-X-Fahrer ihre Fahrzeuge kostenlos mit Strom aufladen können, blockieren könnten.

Musk antwortete, dass das Aufladen an den Superchargern nicht dauerhaft kostenlos sein werde, außer wenn man ein „Paket“ erwirbt, wie The Verge berichtet. Musk erläuterte jedoch nicht, was er mit „Paket“ genau meint und wie viel dieses Addon für Model-3-Käufer kosten soll.

Musk führte weiter aus, dass Supercharging Kosten verursache und dass man das Aufladen an den Superchargern von den Kosten für das (preiswertere) Model 3 abtrennen müsse. Selbst wenn Model-3-Fahrer für den Strom an den Superchargern bezahlen müssten, würde sie das immer noch sehr günstig und viel günstiger als das Auftanken eines Autos mit Verbrennungsmotors kommen, wie Musk weiter ausführte.

Besitzer der Sportlimousine Model S oder des SUVs Model X können weltweit ihre Elektro-Autos an den Superchargern mit bis zu 120 kW Gleichstrom kostenlos aufladen. Nach 30 Minuten Ladevorgang soll dann eine Reichweite von zirka 270 Kilometern möglich sein, natürlich abhängig von der Fahrweise. Danach verlangsamt sich technisch bedingt der Aufladevorgang: Nach insgesamt 40 Minuten sollen 80 Prozent Aufladung erreicht sein, nach 75 Minuten 100 Prozent. Für den Alltagsnutzen sind aber vor allem die ersten 30 Minuten Ladezeit relevant, weil man mit dieser Landung den nächsten Supercharger erreichen können soll.

Supercharger: Gratis Strom aufladen während der Reise

Die Supercharger befinden sich in der Regel an Autobahnraststätten mit Restaurants (damit man während des Aufladens einen Kaffee trinken oder etwas essen kann. Die Tesla-App informiert den Fahrer über den Verlauf des Aufladevorgangs), in Ladezentren oder an WLAN-Hotspots. Jede Supercharger-Station verfügt über mehrere Ladepunkte, damit man die Warteschlangen vermeiden und die Fahrt möglichst schnell fortsetzen kann. Nach den Standorten der Supercharger kann man im Web und im Tesla selbst suchen. Derzeit gibt es laut Tesla weltweit 632 Supercharger-Stationen mit 3.780 Supercharger-Ladeplätzen. Sie werden ergänzt durch das Destination Charging an Hotels, Restaurants und Einkaufszentren.

Die Supercharger sind dafür gedacht, Tesla-Fahrer während einer längeren Reise mobil zu halten. Doch einige Tesla-Fahrer, die in der Nähe eines Superchargers wohnen, hängten ihr teures Elektro-Auto einfach jeden Tag zum Aufladen an den Supercharger. Das ärgerte Elon Musk und er schrieb den Tesla-Kunden deswegen einen Brief, in dem er betonte, dass die Supercharger nicht als kostenlose Dauerlösung für die tägliche Nutzung zu Hause gedacht seien, sondern als Auflademöglichkeit, wenn man mit dem Tesla von zu Hause entfernt ist.

Zudem sind einige besonders günstig platzierte Supercharger bereits jetzt überlastet, es bilden sich Warteschlangen. Dieses Problem dürfte sich mit dem Erscheinen des deutlich preiswerteren Model 3 deutlich verschärfen.


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