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Massenmarkt-taugliche Holo-Disks bis 2012

13.10.2008 | 13:30 Uhr |

Mit Kapazitäten bis in den Terabyte-Bereich sollen Datenträger die neuen Datenträger Dutzende bis Hunderte Filme fassen.

Die Muster, in denen Daten gespeichert werden, haben Ähnlichkeiten zu aktuellen optischen Speichermedien wie DVDs. Daher wird ein geeignetes Abspielgerät auch abwärtskompatibel sein, berichtet Technology Review. Laut GE könne die Technologie bis 2012 auf den Markt kommen. Die ersten Holo-Disks für das System dürften 300 Gigabyte fassen, später sollen Datenträger mit bis zu einem Terabyte folgen - genug für 40 HD-Filme oder 200 Filme normaler Qualität.

Die Speicherung erfolgt in einzelnen holografischen Bits mit einer Größe von 0,3 mal 5 Mikrometern. Sie sind in einem Muster angeordnet, das Ähnlichkeiten mit den Speichermustern auf der Oberfläche regulärer CDs und DVDs hat. Daher sollen die Abspielgeräte für die Holo-Disks auch die alten Medien verstehen. "Der Durchschnittsanwender wird in drei bis vier Jahren ein Laufwerk mit dieser Technologie kaufen und damit alles abspielen können", meint Brian Lawrence, Manager GE Integrated Polymer Systems Lab. Medien von alten Audio-CDs bis zu kommenden Terabyte-Holo-Disks sollen unterstützt werden. Für die Riesen-Disks seien 50 bis 100 Daten-Layer erforderlich, der derzeitige Prototyp bringe es auf 21.

Technologisch ist die Entwicklung praktisch identisch mit dem des Projekts "Microholas" an der Technischen Universität Berlin. "Der wesentliche Unterschied ist das Speichermaterial", erklärt Microholas-Projektleiterin Susanna Orlic im Gespräch mit pressetext. An der TU Berlin ist die Entwicklung weiter fortgeschritten. Die holografischen Bits haben dort eine Größe von etwa 200 Nanometern und die Holo-Disk bringt es auf insgesamt 75 Layer. Auch an den entsprechenden Laufwerken wird gearbeitet. "Entscheidend ist dabei, das System einfach zu halten", meint Orlic. Systeme mit vielen komplexen Komponenten wären fehleranfälliger und letztendlich auch teurer.

GE will bis 2012 die Holo-Disks auf den Markt bringen erreichen, zunächst vor allem für Archivierungszwecke in Unternehmen. Doch auch der Massenmarkt soll erobert werden. Dass letzteres innerhalb so kurzer Zeit gelingen könnte, hält Orlic allerdings für unwahrscheinlich. Viele große Elektronik-Unternehmen hätten den Übergang zu einer neuen Generation von Speichermedien auch eher im Zeitraum 2015 bis 2017 auf dem Plan. (pte)

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