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Explosives Malware-Wachstum

24.07.2009 | 15:58 Uhr |

Die Zahl der bekannten Schädlinge wird sich voraussichtlich in diesem Jahr mindestens verdreifachen. Allein im ersten Halbjahr 2009 wurde bereits beinahe die Gesamtzahl der neu entdeckten Schädlinge aus dem Vorjahr erreicht.

Malware hat sich längst zu einer lukrativen Wirtschaftsbranche mit Millionen-Gewinnen entwickelt. Dabei steigt die Masse neu in Umlauf gebrachter Malware weiter steil an. Bereits im Jahr 2008 wurden so viele neue Schädlinge entdeckt wie insgesamt in den 20 Jahren zuvor. Nach Angaben des Antivirusherstellers McAfee ist diese Zahl schon in den ersten sechs Monaten dieses Jahres fast erreicht worden.

David Marcus berichtet im McAfee Avert-Blog , dass die Malware-Industrie offenkundig nicht von der globalen Wirtschaftskrise betroffen sei. Der Zuwachs an neuen Malware-Dateien im ersten Halbjahr 2009 ist dreimal so hoch wie im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Das ergibt eine Zunahme um 200.000 Schädlinge im Monat und um mehr als 6000 pro Tag. Dabei hat David Marcus lediglich diejenigen Viren, Würmer und Trojanischen Pferde mitgerechnet, für die McAfee neue Erkennungsroutinen entwickeln musste. Die bereits generisch oder heuristisch erkannten neuen Schädlinge kommen noch dazu.

Auch Andreas Marx vom Magdeburger Testlabor AV-Test kann mit drastischen Zahlen aufwarten. Seit Anfang dieses Jahres landen bis zu einer Million neuer Schadprogramme im Monat in der Malware-Sammlung von AV-Test. Das sind etwa doppelt so viele wie 2008. Insgesamt hat die Magdeburger Sammlung inzwischen die Marke von 22 Millionen Schädlingen überschritten.

Die Zahlen anderer Antivirushersteller sind ähnlich beunruhigend, jedoch auf Grund unterschiedlicher Zählweise nicht direkt vergleichbar. Die Tendenz ist allerdings stets gleich: die Zahl neuer Schädlinge wird noch vor dem Ende dieses Jahres die des Vorjahres bei Weitem übertreffen.

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