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Teleshopping wird immer beliebter

Einkaufen bequem von der Couch zu Hause via Fernseher ohne Ladenschlusszeiten und Warteschlangen: Während der klassische Einzelhandel weiter massiv unter der Konsumflaute leidet, boomt der Verkauf über den Bildschirm. In den vergangenen zehn Jahren sind die Umsätze stetig - zum Teil sogar zweistellig - gewachsen. Bis Jahresende soll die Marke von einer Milliarde Euro geknackt werden, prognostizieren Marktforscher. Und auch die großen Handels- und Versandkonzerne wie Otto oder KarstadtQuelle wollen Teleshopping künftig mehr als zusätzlichen Vertriebskanal nutzen.

Jeder Dritte in der Bevölkerung schaut mittlerweile die zahlreichen Teleshopping-Sender, beobachtet die Berliner Medienberatung Goldmedia. Mehr als fünf Millionen Zuschauer kaufen regelmäßig aktiv übers Fernsehen ein. In den kommenden fünf Jahren wird mit einem Marktwachstum von jährlich 11 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro gerechnet.

"Teleshopping ist heute eine akzeptierte Einkaufsalternative", betont auch Vorstandschef Konrad Hilbers von HSE24, einem der drei großen TV-Shoppingsender in Deutschland. Die Branche sieht sich längst nicht mehr in der Nische und hat das "Bauchtrainer-Image" abgelegt. Das Gros der Kunden ist weiblich und 40 bis 69 Jahre alt - die Zielgruppe des klassischen Versandhandels.

Vor genau zehn Jahren war HSE24 auf Sendung gegangen. In diesem Jahr peilt der damalige Pionier mit seinen rund 2000 Mitarbeitern einen Umsatz von gut 300 Millionen Euro an. Zu den drei großen Anbietern zählen in Deutschland neben HSE24 noch QVC und RTL Shop . Sie alle sind über Kabel oder Satellit zu empfangen. Darüber hinaus gibt es auch Angebote von Bezahlsendern, Reiseshopping und zahlreichen TV-basierten Telefondiensten. Neu auf dem Markt sind so genannte Auktions- und Schnäppchensender wie 123-TV oder Bietbox TV.

Die Einkaufssender bieten jeweils eigene Produktpaletten überwiegend aus dem Non-Food-Bereich an, von Schmuck bis zu Heimtextilien oder Haushaltsgeräten. Allein Marktführer QVC hat mehr als 18.000 verschiedene Waren im Sortiment und übernimmt mit seinen 3000 Mitarbeitern auch den Versand. Im vergangenen Jahr setzte der Düsseldorfer Sender mehr als 500 Millionen Euro um.

Bestellt wird über Telefon oder Internet. Die Waren werden in Fernsehsendungen teils rund um die Uhr von Moderatoren vorgeführt und angepriesen. Der Einkauf via Fernbedienung durch interaktives Fernsehen - in anderen Ländern schon möglich - ist in Deutschland noch Zukunftsmusik. Die großen Warenhauskonzerne sind aber schon in den Startlöchern.

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