1855305

Telekom will sicheren innerdeutschen Internet-Datenverkehr

25.10.2013 | 17:17 Uhr |

Die Telekom will den deutschen Internetverkehr durch „nationales Routing“ vor den neugierigen Blicken von NSA und GCHQ schützen.

Während die Enthüllungen zu den Abhörtechniken des US-Geheimdienstes NSA die deutsche Bevölkerung wie auch die Regierung bislang eher kalt gelassen haben. Brachte die Meldung, dass das Smartphone von Bundeskanzlerin Angela Merkel ebenfalls einer Spähattacke zum Opfer gefallen ist, das Thema Datenschutz in dieser Woche erneut auf den Tisch.

Frankreich und Deutschland ringen derzeit um eine politische Lösung – deutsche Unternehmen wie die Telekom wollen das Problem nun von technischer Seite angehen. So brachte Thomas Kremer, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom, gegenüber der WirtschaftsWoche die Möglichkeit des so genannten „nationalen Routing“ ins Gespräch.

Die Technologie soll deutschen Internetverkehr an deutsche Empfänger künftig nur noch über deutsche Netze leiten. Bislang werden beispielsweise Emails noch über die atlantischen Hauptknotenpunkte in den USA und Großbritannien geleitet, obwohl ihr Empfänger vielleicht nur 100 Kilometer entfernt vom Versender lebt. Diese Tatsache machen sich die Geheimdienste zunutze und greifen die empfindlichen Daten direkt an den Hauptknotenpunkten ab.

So schützen Sie sich vor Prism

Zusammen mit anderen Netzbetreibern und Mobilfunkanbietern will sich die Telekom nun für die Umsetzung von nationalen Routing-Lösungen stark machen. Das Unternehmen strebt im Ernstfall sogar eine gesetzliche Lösung an und sieht das Konzept auch als zukunftsweisend für den Schengen-Raum.

0 Kommentare zu diesem Artikel
1855305