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Telekom wegen LTE-Drossel abgemahnt

04.12.2013 | 15:44 Uhr |

Verbraucherschützer haben die Deutsche Telekom wegen der Geschwindigkeitsdrossel bei LTE-Tarifen abgemahnt.

Die Verbraucherzentrale Sachsen hat die Telekom wegen ihrer LTE-Tarife abgemahnt. "Wir sind der Meinung, dass der Tarif ‚Call & Surf Comfort via Funk‘ die Verbraucher unangemessen benachteiligt, weil er eine Geschwindigkeitsdrosselung nach Verbrauch eines bestimmten Surfvolumens vorsieht", so Dr. Katja Henschler von der Verbraucherzentrale Sachsen.

Die Telekom werbe mit dem Slogan "Surfen mit bis zu 100 Mbit/s" für die Nutzung von LTE vor allem in ländlichen Gebieten ohne DSL. Je nach gewähltem Tarif werde aber nach dem Verbrauch von einigen Gigabyte die Geschwindigkeit drastisch auf 384 Kbit/s gedrosselt. Einer Geschwindigkeit, die die Verbraucherschützer als "vorzeitlich" bezeichnen, weil selbst das Lesen von Mails mit Anhängen zur zeitraubenden Aktion werde, vor allem dann, wenn mehrere Verbraucher den Anschluss gleichzeitig nutzen.

"Verbraucher, die einen solchen Tarif bei der Telekom gebucht haben, können damit ihre vertraglichen Rechte, nämlich schnelles Internet zu nutzen, nicht mehr sinnvoll ausüben", so die Verbraucherzentrale Sachsen. Von dem in der Werbung versprochenen schnellen Internet via Funk bleibe damit der "Eindruck blumiger Werbeversprechungen".

Bis zum 11. Dezember habe die Telekom Zeit, eine Unterlassungserklärung abzugeben. "Andernfalls werden die Gerichte über die Zulässigkeit der Regelung entscheiden müssen. Im vergangenen Oktober hatte das Landgericht Köln bereits entschieden, dass die Telekom Internettarife im Festnetz, die eine Geschwindigkeitsdrosselung vorsehen, nicht als 'Internet-Flatrate' und unter Angabe der 'bis zu'-Maximalgeschwindigkeit bewerben darf". Tatsächlich hatte die Telekom erst in dieser Woche alle Pläne zur Geschwindigkeitsdrosselung der DSL-Flatrates aufgegeben.

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