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Telekom kündigt Breitband-Drosselung bei (V)DSL an

22.04.2013 | 15:01 Uhr |

Die Deutsche Telekom führt die Breitband-Drosselung bei DSL- und VDSL-Flatrates ein. Lesen Sie hier, wer von der Änderung betroffen ist und wie sich diese auswirkt.

Bereits vor einem Monat gab es Gerüchte darüber, dass die Telekom über eine Bandbreiten-Drosselung bei DSL-Flatrates nachdenkt. Am Montag hat die Deutsche Telekom nun ihre neue Tarifstruktur für das Festnetz vorgestellt und dabei auch bestätigt, dass es künftig bei DSL- und VDSL-Anschlüssen ein "integriertes Highspeed-Volumen wie im Mobilfunk" geben wird.

Die Telekom begründet die Einführung der neuen Volumengrenzen mit dem "rasanten Datenwachstum". Immerhin: Die bestehenden Verträge sind nicht von der Änderung betroffen , sondern nur die neuen Call&Surf- und Entertain-Verträge. Sobald die Volumengrenze erreicht worden ist, soll bei den betreffenden Anschlüssen die Internetbandbreite auf 384 Kbit/s gedrosselt werden.

Grund zur Panik gibt es aber nicht, denn zum 2. Mai 2013 will die Telekom zunächst lediglich die Leistungsbeschreibungen für die neu geschlossenen Verträge anpassen. Von der Verkehrsentwicklung im Internet hänge es dann letztendlich ab, wann die Geschwindigkeitsreduzierung tatsächlich eingeführt werde.

"Wir gehen bisher davon aus, dass wir die Limitierung technisch nicht vor 2016 umsetzen“, so Michael Hagspih, Geschäftsführer Marketing der Telekom Deutschland. Die Telekom weist in dem Zusammenhang darauf hin, dass sich nach Expertenschätzung das jährliche Datenvolumen bis 2016 vervierfachen wird, was einer Übertragung von 1,3 Zettabyte Daten (eine Zahl mit 20 Nullen) entspräche.

Sobald die Geschwindigkeitsreduzierung eingeführt wird, müssen sich die Nutzer nicht mit der gedrosselten 384-Kbit/s-Verbindung zufrieden geben, sondern werden über Zubuchoptionen weiteres Hochgeschwindigkeits-Volumen für ihren Anschluss hinzu buchen können.

Außerdem wird noch vor der technischen Realisierung der Geschwindigkeitsreduzierung jeder Telekom-Nutzer auf seiner Kundencenter-Website seinen tatsächlichen Verbrauch kontrollieren können. Im Schnitt, so die Telekom, verbrauche jeder Kunde heute etwa 15 bis 20 Gigabyte.

In seinen Festnetztarife wird die Deutsche Telekom ab dem 2. Mai 2013 folgende Volumina integrieren:

* Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 16 Mbit/s: 75 GB
* Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 50 Mbit/s: 200 GB
* Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/s: 300 GB
* Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 200 Mbit/s: 400 GB

Durch Entertain verursachtes Datenvolumen wird nicht bei den in den Tarifen enthaltenen Volumen angerechnet. Darauf weist die Telekom ausdrücklich hin. Hagspihl: „Mit Entertain buchen die Kunden Fernsehen, deshalb werden wir sicherstellen, dass sie nicht plötzlich vor einem schwarzen Bildschirm sitzen“. Auch Sprachtelefonie belastet nicht das Volumenkonto.Außerdem verspricht die Deutsche Telekom: " Reguläre Internetdienste werden diskriminierungsfrei nach dem 'Best-Effort'-Prinzip behandelt, das bedeutet: so gut es die zur Verfügung stehenden Ressourcen ermöglichen. Das gilt auch für Internetdienste der Telekom."

Teilen Kunden künftig über WLAN TO GO (Kooperation mit Fon) ihr WLAN mit anderen Nutzern, läuft das hierbei erzeugte Datenvolumen ebenfalls separat und wird nicht für das Volumen des Kunden angerechnet.

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