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Telekom denkt über Bandbreiten-Drosselung bei DSL-Flatrates nach

22.03.2013 | 14:56 Uhr |

Die deutsche Telekom denkt anscheinend darüber nach, die Bandbreite von DSL-Zugängen zu drosseln, sobald ein gewisses Datenvolumen erreicht wird. Eine ähnliche Drosselung gibt es bereits bei Mobilfunk-Verträgen. Das könnte das Ende für die echten DSL-Flatrates einläuten.

Gehören echte, unbegrenzte DSL-Flatrates bald der Vergangenheit an? Die deutsche Telekom hat in ihrem Blog Stellung genommen zu Gerüchten , dass eine Bandbreitendrosselung bei Erreichen eines bestimmten monatlichen Datenvolumens erfolgen könnte. Danach würde der DSL-Kunde nur noch mit 384 Kbit/s durch das Internet schleichen.

Vorbild: Mobilfunk

Die Telekom fasst die kursierenden Gerüchte folgendermaßen zusammen: „Ähnlich wie im Mobilfunk soll es in Zukunft auch bei Festnetztarifen für die Datenübertragung ein bestimmtes Volumen geben, das inklusive ist. Ist dieses Volumen aufgebraucht, wird die Übertragungsgeschwindigkeit gebremst. Für die meisten Kunden wäre das integrierte Volumen völlig ausreichend. Braucht ein Kunde mehr Highspeed-Volumen, könnte er – wie im Mobilfunk auch – weitere Kapazitäten hinzubuchen. Natürlich ändert sich für bestehende Verträge nichts und bei Neuabschlüssen werden Kunden selbstverständlich über die Vertragsbedingungen transparent informiert.“ Und die Telekom fährt fort: „Aber warum gibt es solche Überlegungen?“

Damit dürfte klar sein, dass die Gerüchte im wesentlichen Kern zutreffen. Denn ein Dementi würde sich anders anhören. Die Telekom begründet diese Maßnahme (die offiziell noch nicht angekündigt wurde) dann auch gleich: „Auf der einen Seite wächst das Datenvolumen exponentiell. Die Netze müssen also massiv ausgebaut werden und das kostet Milliarden. Auf der anderen Seite kennen die Telekommunikationspreise seit Jahren nur eine Richtung: abwärts und das rasant. Eine Lösung wäre tatsächlich, das in den Tarifen enthaltene Datenvolumen zu begrenzen.“

Poweruser seien schuld

Die Telekom hat auch gleich die Schuldigen dafür parat, wenn Telekom-Kunden tatsächlich irgendwann einmal eine Bandbreitendrosselung bekommen sollten: „Bisher ist es so, dass sämtliche Nutzer die intensivere Nutzung einiger quersubventionieren.“ Sprich: Einige wenige Powernutzer seien schuld, wenn die Drosselung kommen sollte. Zum Abschluss des Blogbeitrags betont die Telekom aber, dass es derzeit noch keine diesbezügliche Tarifänderung gäbe.

Ab diesen Volumina soll gedrosselt werden

Und wie könnte die DSL-Bandbreitenbeschränkung auf 384 Kbit/s im Detail aussehen? Die Seite fanboys will von einer Telekom-Mitarbeiterin bereits die Staffelung für DSL-, VDSL- und Fiber-Tarife erfahren haben. Diese soll angeblich bereits zum 2. Mai 2013 in Kraft treten (Vertrag: Monatliches Datenvolumen, ab dem für den Rest des Monats auf 384 Kbit/s gedrosselt wird):

Call & Surf mit DSL: 75 GByte

Entertain mit 16 MBit/s: 75 GByte

Call & Surf mit VDSL: 200 GByte

Entertain mit VDSL: 200 GByte

Call & Surf mit Fiber 100: 300 GByte

Entertain mit Fiber 100: 300 GByte

Call & Surf mit Fiber 200: 400 GByte

Entertain mit Fiber 200: 400 GByte

Sollte die Deutsche Telekom diese Bandbreitendrosselung tatsächlich einführen, könnten das die Konkurrenten nachahmen. Das Ende der klassischen DSL-Flatrate, wie wir sie heute kennen, wäre dann nicht mehr fern.

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