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Telekom: Internet-Drossel kommt für Alle!

02.05.2013 | 13:09 Uhr |

Der Telekom-Chef hat angekündigt, dass künftig die Internet-Geschwindigkeit bei allen Kunden gedrosselt wird, sobald ein Datenvolumen überschritten wird.

Zum 2. Mai hat die Deutsche Telekom -  wie vor einigen Tagen angekündigt -  die Leistungsbeschreibungen für die neu geschlossenen (V)DSL-Verträge geändert. In die Tarife werden damit ab sofort Volumengrenzen integriert. Wer mit DSL 16000 beispielsweise über 75 GB verbraucht , der muss sich für den Rest des Monats mit 384 Kbit/s begnügen oder Highspeed-Volumen dazukaufen.

Technisch wird die Internet-Drosselung voraussichtlich 2016 eingeführt und die neue Regelung gilt zunächst nur für neu geschlossene Verträge. In den vergangenen Tagen wurde aber darüber spekuliert, dass die Internet-Drosselung auch für Bestandskunden gelten könnte . Die Befürchtung bestand zurecht, denn Telekom-Chef van Damme hat im Gespräch mit der Zeitung "Welt" bestätigt, dass in Zukunft die Volumenbegrenzung auch für die Bestandskunden gelten wird.

Und zwar ab 2018. Hintergrund: Die Deutsche Telekom stellt die klassischen Analog- und ISDN-Anschlüsse auf die All-IP-Technik um. Kunden, bei denen der Anschluss umgestellt wird, müssen neuen Geschäftsbedingungen akzeptieren, in denen die neuen Volumengrenzen enthalten sind. Laut dem Bericht werden die Kunden nur bis 2018 nicht zur Umstellung ihres Anschlusses gezwungen. Laut Telekom-Chef van Damme haben sich bereits über eine Millionen Telekom-Kunden für die neue All-IP-Technik entschieden und man sei sich sicher, auch die restlichen elf Millionen Breitbandkunden überzeugen zu können. Schließlich biete die neue IP-Technik beispielsweise eine bessere Sprachqualität, zwei Leitungen, bis zu zehn Rufnummern und sei auch bis zu vier Euro günstiger.

Für die Kritik an der Internet-Drosselung zeigt van Damme im Gespräch mit der Zeitung Verständnis, weist aber auch darauf hin: "Wer den Wasserhahn ständig laufen lässt, bezahlt auch mehr als Otto-Normalverbraucher." Und trotz der massiven Kritik habe es bisher auch keine Kündigungswelle seitens der DSL-Nutzer gegeben.

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