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Telekom verzahnt Festnetz- und Mobilfunkgeschäft für Privatkunden enger

23.01.2007 | 13:35 Uhr |

Die Deutsche Telekom will das Mobilfunk- und Festnetzgeschäft für Privatkunden enger verzahnen.

Künftig werde sich ein gemeinsames Führungsgremium "Sales & Service" um die übergreifende Koordination aller Service-und Vertriebsthemen für T-Com, T-Mobile und die T-Punkt Vertriebsgesellschaft kümmern, sagte T-Com-Vorstand Timotheus Höttges am Dienstag in Darmstadt. So soll der massiven Kundenerosion vor allem im Festnetzgeschäft Einhalt geboten werden. "Der Kundenservice muss deutlich besser werden. Wir werden diese Themen jetzt mit den vereinten Kräften unserer integrierten Teams angehen."

Um den Weg zum Kunden und die Wartezeiten abzukürzen, will die Telekom die Zahl der T-Punkt-Läden ausbauen. Allein in diesem Jahr seien bundesweit 200 neue Filialen geplant, sagte Höttges. Derzeit liege die Zahl bei 589. Nachholbedarf gebe es darüber hinaus bei T-Com auch bei der Erreichbarkeit von Call-Centern oder der Einrichtung neuer Anschlüsse. Hier sei die Nachfrage oft schlicht unterschätzt worden. Auf einen Fahrplan, wann die Neuerungen beim Kunden ankommen, wollte sich Höttges aber noch nicht festlegen lassen.

Darüber hinaus kündigte Höttges an, im T-Com Bereichsvorstand die Funktionen Kundenservice, Vertrieb, Technischen Kundenservice sowie das Markt- und Qualitätsmanagement jeweils zu eigenen Vorstandsbereichen aufzuwerten. In dem zehnköpfigen Führungsteam soll sich künftig der 47-jährige Phillipp Humm von T-Mobile um den gesamten Vertrieb für T-Mobile und T-Com kümmern. Thomas Berlemann (43), ebenfalls von T-Mobile, wird für den Kundenservice zuständig sein, Roland Folz (42) von T-Com verantwortet den technischen Kundendienst. "Die Mannschaft nimmt heute die Arbeit auf", sagte Höttges. Im Gegenzug räumen der bisherige Bereichsvorstand Marketing, Burkhard Graßmann und der bisher für den Bereich Innovationen bei T-Com zuständige Vorstand, Bernd Kolb, ihre Stühle.

Höttges wies allerdings Nachfragen zurück, der jetzt eingeleitete Umbau leite eine Auflösung der bisherigen Konzernstruktur ein. "Das heißt nicht, dass wir die strategischen Geschäftsfelder auflösen. Die einzelnen Säulen bleiben erhalten." Mit den jetzt geplanten Neuerungen wolle die Telekom im Privatkundengeschäft in diesem Jahr ihre Marktposition bei DSL ausbauen. "Wir sind auf dem richtigen Weg, was die Marktanteile betrifft." Darüber hinaus solle die Marktführerschaft von T-Mobile gesichert werden. Genauere Angaben machte Höttges auf Nachfrage allerdings nicht. Die Festnetzsparte hat in den ersten drei Quartalen 2006 einen massiven Kundenweggang verzeichnet. Der Marktanteil am DSL-Neukundengeschäft soll sich laut früheren Angaben wieder erhöht haben. (dpa/tc)

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