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Zukäufe sollen Marktführerschaft sichern

07.05.2008 | 13:15 Uhr |

Die Deutsche Telekom muss durch Zukäufe wachsen, um in Europa weiterhin die Führungsposition einzunehmen. Während sich die Verhandlungen mit der griechischen OTE S.A. hinziehen, denkt der Konzern offenbar darüber nach, seine Mobilfunktochter in den USA zu stärken. Der Bonner Konzern steht unter Druck, denn trotz guter Geschäftszahlen stagniert der Aktienkurs auf niedrigem Niveau.

Die Deutsche Telekom plant durch Zukäufe in Europa und den USA, ihre Position auf dem weltweiten Telekommunikationsmarkt zu verbessern. So ist der ehemalige Staatskonzern seit Monaten mit dem griechischen Marktführer OTE S.A. (Hellenic Telecommunications Organization) in Verhandlungen, scheitet bislang aber an den Gewerkschaften und Teilen der Politik. Auch die Mobilfunktochter in Übersee soll gestärkt werden, eine Option sei nach Aussage einer mit den Vorgängen vertrauten Person "die Übernahme des drittgrößten Mobilfunkanbieters Sprint Nextel".

Bei der Partnerwahl für T-Mobile USA zeigt sich allerdings ein Problem: Die Telekom-Tochter verwendet den in weiten Teilen der Welt eingesetzten GSM-Standard, Sprint Nextel setzt dagegen auf die CDMA-Technologie. Nach Meinung eines Gartner-Analysten passen die beiden Unternehmen deshalb nicht zusammen. Auch der finanzielle Aspekt wird für die Deutsche Telekom eine entscheidende Rolle spielen: Der Experte Frank Rothauge von Sal. Oppenheim schätzt den Kaufpreis von Sprint Nextel auf 30 Milliarden US-Dollar (19,3 Milliarden Euro), dazu kämen 20 Milliarden US-Dollar an Schulden. Selbst beim aktuell niedrigen Dollar-Preis wäre die finanzielle Belastung für den deutschen Konzern enorm hoch, mit knapp 32,3 Milliarden Euro wäre der US-Anbieter etwa so teuer, wie die Übernahme von VoiceStream im Jahr 2000 (heute T-Mobile USA). Falls Sprint Nextel von der Telekom gekauft wird, zieht T-Mobile USA am Marktführer AT&T Wireless und dem zweitplatzierten Anbieter Verizon Wireless vorbei an die Spitze. Dass die US-Kartellbehörden bei dieser Marktentwicklung mitspielen, ist aber zu bezweifeln.

Für die Telekom ist externes Wachstum sehr wichtig. Denn trotz guter Geschäftszahlen in den vergangenen Jahren stagniert der Aktienkurs auf niedrigem Niveau, große Aktionäre wie der Bund und der Finanzinvestor Blackstone setzen das Unternehmen unter Druck. "Die Telekom muss sich außerhalb von Europa umschauen, um endlich eine Wachstumsgeschichte zu bekommen", sagte ein Gartner-Analyst. Vor allem die Schwellenländer Asiens seien für den Konzern interessant.

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