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Telekom: Voicestream-Deal fast perfekt

26.04.2001 | 11:28 Uhr |

Mit der Zustimmung der US-Aufsichtsbehörde ist die Übernahme des Mobilfunkunternehmens VoiceStream Wireless Corp. durch die Deutsche Telekom AG so gut wie perfekt. Allerdings fordert die amerikanische Kartellbehörde die Einhaltung der Vereinbarung zwischen der Telekom und dem FBI sowie dem Justizministerium.

Mit der Zustimmung der US-Aufsichtsbehörde ist die Übernahme des Mobilfunkunternehmens VoiceStream Wireless Corp. durch die Deutsche Telekom AG so gut wie perfekt. Die Kartellbehörde FCC (Federal Communications Commission) sowie die Aktionäre der VoiceStream und der US-Mobilfunkfirma Powertel hatten die Transaktionen bereits gebilligt. Die Powertel, die im Südosten der USA aktiv ist, wird ebenfalls von der Deutschen Telekom übernommen.

Die vier Kommissionsmitglieder haben die Transaktion einstimmig gebilligt. Die FCC ist für den US-Telekommunikationssektor zuständig. Die Übernahme der VoiceStream hatte ursprünglich einen Wert von rund 50 Milliarden Dollar (rund 110 Milliarden Mark). Sie ist jedoch wegen der seither stark gesunkenen Aktienkurse der Firmen zurzeit nur noch etwa 29 Milliarden Dollar wert.

Jetzt fehlt nur noch die Genehmigung des mit nationalen Sicherheitsfragen befassten Komitees für Auslandsinvestitionen. Dies dürfte jedoch eine Formalität sein, da sich die Deutsche Telekom und Voicestream bereits mit dem US-Justizministerium und mit der Bundespolizei FBI über Überwachungsfragen geeinigt haben.

Die FCC machte zur Auflage, dass sich die Deutsche Telekom an die Vereinbarung mit dem Justizministerium und dem FBI hält, in dem es um Sicherheitsfragen und Zusammenarbeit mit Aufklärungsbehörden geht. Die Telekom darf auf internationalen Leitungen, die sie dominiert, nicht Wettbewerber ihrer amerikanischen Tochter diskriminieren, hielt die FCC fest.

Es hatte zuvor teilweise heftige politische Opposition in Washington gegen den VoiceStream-Kauf durch die Telekom gegeben, weil sich der deutsche Telefonkonzern mehrheitlich im Staatsbesitz befindet. Die FCC kann den Kauf von US-Telekomfirmen verhindern, falls der ausländische Käufer zu mehr als 25 Prozent staatliches Eigentum ist.

Die FCC erklärte jedoch, dass die US-Verbraucher von der vorgeschlagenen Fusion profitieren würden. Die VoiceStream könne ihr Netz ausbauen und erweitern und ihre nationale und internationale Reichweite erheblich vergrößern. "Die US-Verbraucher werden auch von dem daraus resultierenden verstärkten Wettbewerb bei Mobilfunk-Diensten profitieren, einschließlich neuer Kommunikations-Dienste und Leistungen", erklärte die Behörde.

Deutsche Telekom-Chef Ron Sommer begrüßte die FCC-Genehmigung der VoiceStream und Powertel-Fusionen mit der Deutsche Telekom in einer Stellungnahme. Er sprach von "einem wichtigen Meilenstein". Die Kombination der drei Unternehmen werde den Kunden erhebliche Vorteile bringen.

Die Deutsche Telekom erwartet, dass die Transaktion gegen Ende Mai über die Bühne gehen wird. Damit werde sie der erste transatlantische Anbieter von Mobilfunk-Diensten, die auf dem weltweit führenden GSM-Standard basieren. Die Deutsche Telekom erreiche mit VoiceStream und Powertel ein Lizenzgebiet mit 430 Millionen Menschen in den USA und in Europa. (PC-WELT, 26.04.2001, dpa/ mp)

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