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Telekom-Konzerne verdienen prächtig dank Mobilfunk und DSL

Europas Telekomkonzerne profitieren kräftig vom DSL-Boom und dem starken Mobilfunk-Geschäft.

Europas Telekomkonzerne profitieren kräftig vom DSL-Boom und dem starken Mobilfunk-Geschäft. Die in ihren Heimatländern jeweils führenden Anbieter France Télécom, die spanische Telefónica und die britische BT Group verbuchten im abgelaufenen Quartal kräftige Zuwächse. Damit konnten sie die Rückgänge im Festnetz mehr als ausgleichen. Analysten erwarten nun auch bei der Deutschen Telekom ein kräftiges Gewinnplus.

Frankreichs Marktführer France Télécom konnte den Überschuss mit 3,4 Milliarden Euro im Jahresvergleich mehr als verdreifachen. Der Umsatz wuchs um 4,4 Prozent auf 23,7 Milliarden Euro und der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von 8,8 auf 9,3 Milliarden Euro. Die Zuwächse erklärte der Konzern mit dem Wachstum der Geschäftsfelder Mobilfunk und Breitband, während im französischen Festnetzbereich die Umsätze rückläufig waren. Mit dem Ergebnis erfüllte das Pariser Unternehmen die Erwartungen der Analysten.

Von dem Gewinnsprung verspricht sich Vorstandschef Didier Lombard Rückenwind für seinen Expansionskurs, mit dem sich France Télécom unter den führenden Telekomanbietern Europas behaupten will. Am Mittwoch hatte das Unternehmen die Übernahme des drittgrößten spanischen Mobilfunkanbieters Amena für 6,4 Milliarden Euro bekannt gegeben. Mit dem Zukauf steigt das Unternehmen zum zweitgrößten Telekomanbieter Spaniens nach Telefónica.

Telefónica profitierte im zweiten Quartal von den Zukäufen in Lateinamerika und steigerte den Überschuss um ein Viertel auf 1,84 Milliarden Euro und den Umsatz um 20 Prozent auf 17,36 Milliarden Euro. Der operative Gewinn vor Abschreibungen wuchs von 5,74 auf 6,62 Milliarden Euro. Telefónica begründete das Wachstum mit der guten Entwicklung in Spanien und Lateinamerika. Der Konzern hatte seine Mobilfunksparte durch den Erwerb der südamerikanischen Aktivitäten von Bellsouth gestärkt. Aber auch in Europa blieben die Spanier nicht untätig: Kürzlich erwarb Telefónica für 2,75 Milliarden Euro die tschechische Telekomgesellschaft Cesky Telecom.

Möglich wurde die Expansion von France Télécom und Telefónica durch den konsequenten Abbau der drückenden Verschuldung, die die Unternehmen durch milliardenteure Zukäufe vor dem Jahr 2001 aufgehäuft hatten. Nach Ansicht von Experten steht Europas Telekomsektor vor einer Konsolidierungswelle, aus der vier bis fünf Großkonzerne hervorgehen werden.

Glänzen konnte auch der britische Festnetzanbieter BT Group, der in den Monaten April bis Juni einen Umsatzplus von fünf Prozent auf 4,78 Milliarden britische Pfund verzeichnete. Der Geschäftsbereich "New Wave" (IT-Dienste, Breitband) verbesserte seinen Umsatz sogar um 48 Prozent auf 1,39 Milliarden Pfund. Mit den neuen Diensten wollen die Briten die Rückgänge in ihrem Kerngeschäft Festnetz ausgleichen. Der Gewinn stieg um fast 24 Prozent auf 374 Millionen britische Pfund (540,7 Millionen Euro).

Von der positiven Entwicklung der europäischen Telekombranche wird nach Einschätzung von Analysten auch die Deutsche Telekom profitieren. Die Bonner legen am 11. August ihre Zahlen für das zweite Quartal vor. "Ich erwarte, dass die Telekom im zweiten Quartal eine gute Performance hingelegt hat", sagte Thomas Friedrich, Telekom-Analyst bei der HVB.

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