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Telekom-Flatrate: "Mogelpackung"

10.02.2000 | 12:00 Uhr |

Die Initiative "Internet ohne Taktung" (IoT) hat die aktuell

Die Initiative "Internet ohne Taktung" (IoT) hat die aktuellen Flatrate-Pläne der Deutschen Telekom scharf kritisiert. "Wenn die Telekom ihre derzeitigen Pläne verwirklicht, gibt es keinen echten Pauschaltarif, sondern eine Mogelpackung auf veraltetem technischen Niveau", rügt IoT-Sprecher Philipp Sudholt.

Das Angebot der Telekom mit dem Namen T-ISDN@active nutze den freien D-Kanal des ISDN-Anschlusses als Standleitung. Der Preis dafür beträgt 10 Mark pro Monat. Über eine "selbstgestrickte Systemlösung", so Sudholt, würden dabei den Kunden aktuelle Informationen wie Nachrichten, Börsenkurse oder Sportergebnisse auf den Rechner übertragen.

Sobald aber darüber hinausgehende Inhalte angefordert würden - beispielsweise Internetseiten - schalte die Telekom-eigene Technik automatisch einen Telefonkanal hinzu, der weiterhin zu den üblichen, minutengetakteten Verbindungskosten abgerechnet wird.

"Datenübertragung auf dem D-Kanal ist kein Schritt nach vorne, sondern ein großer Schritt zurück in die Vergangenheit", kritisiert Sudholt. Echte Internetnutzung werde damit nicht möglich sein, da die Bandbreite des D-Kanals (16 KBit/s) dazu bei weitem nicht ausreiche.

"Bedenkt man, das sich inzwischen überall schnelle Breitband-Lösungen etablieren, kann es nicht angehen, dass der deutsche Netznutzer auf den D-Kanal zurückgreifen muss, bei dem die Daten mit einem Bruchteil der ISDN-Technik herübergetröpfelt kommen. Nur in Kombination mit einer günstigen Pauschale für den echten Telefonkanal wäre ein solcher Standby-Betrieb überhaupt sinnvoll ", beanstandet Sudholt.

Die IoT fordert vielmehr, einen vollwertigen, pauschal abgerechneten Internetzugang zu einem bezahlbaren Preis. Damit werde dem Medium Internet hierzulande zum Durchbruch verholfen. (PC-WELT, 10.02.2000, he)

Billig-Standleitung von der Telekom (PC-WELT Online, 9.2.2000)

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